Süddeutsche Zeitung

Tabakkonsum mit der Wasserpfeife:Viel Rauch um viel

Viele Nutzer von Wasserpfeifen glauben, das darin enthaltene Wasser filtere schädliche Inhaltsstoffe aus dem Rauch heraus. Doch für giftige Schwermetalle gilt das nicht.

Wasserpfeifen haben ein viel besseres Image als andere Tabakprodukte. Offenbar glaubt eine Mehrheit der Nutzer der auch Shisha oder Hookah genannten Pfeifen, der Tabakkonsum sei verträglicher als zum Beispiel bei Zigaretten. Darum ist die früher vor allem im Orient verbreitete Pfeife inzwischen auch bei jungen Leuten in vielen westlichen Großstädten beliebt.

Eine Mischung von Tabak und Aromastoffen wird hier von einem Stück Holzkohle verbrannt, der Konsument saugt den Rauch durch ein Wasserbad in sein Mundstück. Das Wasser, nehmen viele an, filtere schädliche Inhaltsstoffe heraus. Das stimmt aber für giftige Schwermetalle nicht, zeigt Joseph Caruso von der University of Cincinnati.

Zwar enthält der Rauch einer Wasserpfeife weniger Arsen, Blei, Kadmium und Chrom als bei Zigaretten, aber das liegt offensichtlich an der Zubereitung des Tabaks; das Wasser enthält jedenfalls nach dem Rauchen keine erhöhten Mengen der Schwermetalle, wie Caruso auf der Jahrestagung der American Chemical Society erklärte.

Womöglich nehmen die Wasserpfeifen-Nutzer insgesamt sogar mehr Metalle auf. Nach Daten der Weltgesundheitsorganisation inhalieren Shisha-Raucher in einer Sitzung womöglich so viel Rauch wie aus 100 Zigaretten. Entsprechend groß sind die ausgeatmeten Mengen, wie bei einem Raucher in Istanbul, dessen Rauchwolke das Licht fängt (siehe Bild). Mit dem Volumen des Rauchs steigt der Gehalt an Nikotin, Teer und krebserregenden Substanzen, die Nutzer inhalieren.

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SZ vom 09.09.2013/cris/dd
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