Süddeutsche Zeitung

Streit um Autobahn-Ausbau:Würzburg beantragt Aufhebung der Pläne für A 3

Sie fürchten hohe Lärm- und Gesundheitsbelastungen: Im April haben sich die Würzburger bei einem Bürgerentscheid für einen Tunnel unter der A 3 ausgesprochen. Jetzt reagiert die Stadt auf das Votum - zu spät, findet die Bürgerinitiative.

Die Stadt Würzburg hat die Aufhebung der bisherigen Pläne für den Ausbau der Autobahn 3 beantragt. Damit kommt die Stadt dem Votum eines Bürgerentscheids nach, bei dem sich eine Mehrheit für einen Tunnel statt der geplanten tiefergelegten Trasse ausgesprochen hatte. Die Stadt habe den Antrag auf Aufhebung des Planfeststellungsbeschlusses am Freitag bei der Regierung von Unterfranken abgegeben, teilte ein Sprecher mit.

Der sechsspurige Ausbau der A3 bei Würzburg-Heidingsfeld ist seit Jahren umstritten. Die Autobahndirektion Nordbayern verweist auf ihr höchstrichterlich bestätigtes Planungsrecht und lässt bereits Bagger rollen. Seit September 2012 wird hoch über Würzburg gebaut, zehn Millionen Euro wurden nach Angaben der Direktion bereits investiert, weitere 80 Millionen Euro sind in Auftrag gegeben.

Der Bürgerentscheid bindet nur die Stadt Würzburg. Diese ist verpflichtet, sich mit allen rechtlich möglichen Mitteln für eine Kehrtwende einzusetzen. Die Befürworter des Tunnels fürchten hohe Lärm- und Gesundheitsbelastungen.

Die Bürgerinitiative Würzburg-Tunnel rief für Freitagnachmittag zu einer Demonstration auf, weil die Verantwortlichen sich aus ihrer Sicht zu viel Zeit bei der Umsetzung des Entscheids lassen. Der Bürgerentscheid fand bereits im April statt.

Bei einer Stadtratssitzung hatten Kommunalpolitiker kürzlich Vorbehalte geäußert, sich die Argumentation der Bürgerinitiative vollständig zu eigen zu machen - schließlich stand das Gremium bislang hinter der sogenannten Troglösung, die das Ergebnis langer Verhandlungen war.

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