Süddeutsche Zeitung

Manipulationsaffäre beim Automobilclub:ADAC-Präsident Meyer tritt zurück

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ADAC-Präsident Peter Meyer legt nach den Skandalen um Manipulationen im Automobilclub sein Amt nieder. Ein unabhängiger Prüfbericht bestätigt, dass der ADAC bei der Reihenfolge des "Lieblingsauto 2014" getrickst hat.

ADAC-Präsident Peter Meyer tritt zurück. Der 64-Jährige legt nach dem ursprünglichen Manipulationsskandal beim ADAC-Autopreis "Gelber Engel" und folgenden Ungereimtheiten mit sofortiger Wirkung sein Amt nieder, wie der ADAC am Montag mitteilte.

Meyer war seit 2001 ehrenamtlich als Präsident des größten deutschen Automobilclubs tätig. Er hatte ursprünglich einen Rücktritt wegen der Affäre abgelehnt und stattdessen eine umfassende Reform des Vereins angekündigt. Intern heißt es, dass der Druck im ADAC auf Meyer so stark war, dass er nun doch zurücktrat.

Offiziell begründet Meyer den Schritt so: "Für Fehler und Manipulationen von hauptamtlichen Führungskräften möchte ich nicht länger alleine verantwortlich gemacht werden", sagte er laut Presseerklärung des ADAC. Außerdem hätten die "Angriffe und Diffamierungen" gegenüber seiner Person nicht nur den ADAC, sondern auch seine Familie belastet. Das Amt des Präsidenten übernimmt vorübergehend der Vize des ADAC, August Markl.

Prüfungsbericht bestätigt Tricksereien

Mit seinem Rücktritt ist Meyer der Veröffentlichung des Prüfberichts zuvorgekommen, den das Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte angefertigt hat. Der unabhängige Bericht über die Manipulationsskandale bei der Wahl zum "Lieblingsauto 2014" (hier als PDF) bestätigt einen Bericht der Süddeutschen Zeitung von voriger Woche. Demnach hat der ADAC bei diesem Preis die Reihenfolge der platzierten Fahrzeuge manipuliert. Das ADAC-Präsidium und die Geschäftsführung kannten den Bericht bereits vor seiner Veröffentlichung.

Daimler, BMW und Volkswagen haben auf den Deloitte-Bericht reagiert: Die Autohersteller geben alle vom ADAC in den vergangenen Jahren vergebenen "Gelben Engel" zurück.

Der ADAC steht seit Bekanntwerden von Manipulationen beim Autopreis "Gelber Engel" in der Kritik. In der Folge wurden weitere Vorwürfe gegen den ADAC laut, etwa wegen der Nutzung von vereinseigenen Rettungshubschraubern für Dienstreisen des Präsidiums.

*Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version stand kurzzeitig, dass der Deloitte-Prüfbericht auch Manipulationen bei der Reihenfolge des "Gelber Engel"-Preises früherer Jahre bemängele. Der an diesem Montag veröffentlichte Deloitte-Bericht behandelt allerdings nur das Jahr 2014.

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