Süddeutsche Zeitung

Infektionskrankheit:Mit Geld gegen Malaria

Immer mehr Geld pumpen Organisationen in den Kampf gegen Malaria. Doch bringen die Maßnahmen auch etwas gegen die Infektionskrankheit?

Fast zwei Milliarden Dollar wurden im vergangenen Jahr investiert, um Malaria zu bekämpfen. Das ist weit mehr, als noch im Jahr 2000 für die Eindämmung der Tropenkrankheit ausgegeben wurde - damals waren es etwa 100 Millionen Dollar. Doch haben die hohen Summen auch tatsächlich die Infektionszahlen sinken lassen?

Wie ein Team um Abdisalan Noor vom Kenya Medical Research Institute in der aktuellen Online-Ausgabe des Lancet berichtet, fällt die Bilanz gemischt aus. So ist der Anteil der infizierten Kinder zwischen den Jahren 2000 und 2010 zwar in 40 von 44 Ländern Afrikas gesunken. Ungewöhnlich gut stehen zum Beispiel Eritrea, Südafrika, Äthiopien, Swasiland und Djibuti da. Dort tragen der Studie zufolge weniger als ein Prozent der Kinder zwischen zwei und zehn Jahren den Erreger in sich.

Ernüchternde Fortschritte

In diesen Ländern sei die Ausrottung der Krankheit in den kommenden Jahren ein realistisches Ziel, schreiben Brian Greenwood und Kwadwo Koram von der London School of Hygiene and Tropical Medicine in einem begleitenden Kommentar. "Ernüchternd" nennen sie es hingegen, dass die Infektionsraten in den meisten anderen Ländern südlich der Sahara - wo Malaria ein besonders großes Problem darstellt - nur in mittlerem Ausmaß gesunken seien.

Noch immer ist mehr als die Hälfte aller Afrikaner einem mittleren bis hohen Infektionsrisiko ausgesetzt. Dies liegt zum Teil auch daran, dass die Bevölkerung um insgesamt 200 Millionen in jenen Ländern gestiegen ist, in denen Malaria weit verbreitet ist. Wie viele Menschen infiziert sind oder an der Krankheit sterben, lässt sich in Ländern mit schlechter Infrastruktur jedoch nur schwer ermitteln. Häufig beruhen die Daten auf Befragungen, was zu ungenauen Angaben führt, weil zum Beispiel auch andere Erkrankungen als Malaria wahrgenommen werden. Noor und seine Kollegen hingegen nutzten für ihre Studie Daten von Labortests von mehr als 3,5 Millionen Patienten, die seit 1980 gesammelt wurden.

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Quelle:
SZ vom 20.02.2014/chrb
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