Süddeutsche Zeitung

Artenschutz:Giraffen sind vom Aussterben bedroht

  • Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft Giraffen als "vulnerable" ein - verletzlich.
  • Die Tiere könnten in absehbarer Zeit nicht mehr in freier Wildbahn leben.
  • Schuld ist der Mensch.

Die Giraffe, das größte Land-Säugetier der Erde, ist vom Aussterben bedroht. In einer Neuauflage der internationalen Roten Liste bedrohter Arten stuft die Weltnaturschutzunion IUCN Giraffen als "vulnerable" ein - verletzlich. Das ist bereits die zweite von vier Bedrohungsstufen. Nach Auffassung der IUCN besteht eine reale Gefahr, dass Giraffen in absehbarer Zeit nicht mehr in freier Wildbahn existieren könnten.

Der Rückgang der Bestände ist dramatisch: In den vergangenen 30 Jahren ist die weltweite Population der Tiere um 40 Prozent eingebrochen, weniger als 100 000 Tiere sollen noch in Afrika leben. Schuld ist der Mensch: Illegale Jagd, zerstörte Lebensräume, immer größere Landwirtschafts- und Bergbauflächen sowie politische Unruhen setzen Herden wie Einzelgängern zu.

Von der Nordgiraffe soll es weniger als 5000 Tiere geben

Erst im September hatten Biologen eine neue Untersuchung präsentiert, wonach es nicht eine, sondern vier genetisch unterschiedliche Giraffenarten gibt: Die Südgiraffe, die Massaigiraffe, die Netzgiraffe und die Nordgiraffe. Die IUCN hat diese Ergebnisse noch nicht aufgenommen, für sie gibt es nur Giraffa Camelopardalis. Sollten es jedoch tatsächlich vier Arten sein, würde das die Situation nicht entschärfen - im Gegenteil: Von der Nordgiraffe soll es weniger als 5000 Tiere geben, von der Netzgiraffe nur noch etwa 8000.

Die aktualisierte Rote Liste stellte die IUCN auf der UN-Artenschutzkonferenz vor, die momentan in Mexiko stattfindet. Das Papier listet zudem 742 neu anerkannte Vogelarten auf. Elf Prozent von ihnen sind bereits bedroht, dreizehn werden als "ausgestorben" geführt.

Auch 233 wilde Verwandte von Nutzpflanzen wie Gerste, Hafer, Sonnenblumen, Spargel und Mango stehen neu auf der Liste. Viele von ihnen sind ebenfalls durch den Verlust ihres Lebensraums bedroht.

"Viele Arten entgleiten uns, bevor wir sie auch nur beschreiben können", sagte IUCN-Direktor Inger Andersen. "Dieses Update der Roten Liste zeigt, dass das Ausmaß der globalen Biodiversitätskrise noch größer sein könnte als wir dachten."

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SZ.de/weis/fehu/mane
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