Süddeutsche Zeitung

Getränkeimperium:Deutsche Milliardärsfamilie macht Coca-Cola Konkurrenz

  • Der Familienclan Reimann kauft den Brausehersteller Dr. Pepper und schafft so ein riesiges Getränkeimperium.
  • 18,7 Milliarden Dollar soll das wert sein.

Die Einkaufstour der deutschen Milliardärsfamilie Reimann geht weiter: Mit dem Kauf des Limonadenherstellers Dr. Pepper Snapple soll das Firmenimperium in den USA erweitert werden. Die Aktionäre des Konzerns, der auch hinter Marken wie 7 Up oder Sunkist steht, sollen eine Barzahlung von 103,75 Dollar je Anteilsschein erhalten, wie die Unternehmen mitteilten. Damit würden ihnen rund 18,7 Milliarden Dollar zufließen.

Dr. Pepper soll mit der bereits zum Firmenreich der Reimanns gehörenden Tochter Keurig Green Mountain fusioniert werden. So entsteht nach Angaben der Unternehmen ein großer Getränkekonzern mit kombiniertem Jahresumsatz von rund elf Milliarden Dollar, der den Branchenführern Pepsi und Coca-Cola Konkurrenz machen könnte.

Die Ursprünge der Dynastie liegen im 19. Jahrhundert

Die Beteiligungsgesellschaft der Reimanns, JAB Holding, soll den Deal mit einer Investition von neun Milliarden Dollar finanzieren. Die Nachricht ließ die Aktien von Dr Pepper vorbörslich um rund 35 Prozent steigen, zuletzt stand der Kurs noch immer mit 25 Prozent im Plus. Die Transaktion soll im zweiten Quartal abgeschlossen werden. Danach will JAB 87 Prozent am verschmolzenen Konzern Keurig Dr. Pepper (KDP) halten. Aktionäre und Aufseher müssen aber noch zustimmen.

Die Fusion soll bis 2021 zu jährlichen Kosteneinsparungen von 600 Millionen Dollar führen. Keurig, bekannt vor allem für Kaffeekapseln, hatten die Reimanns Ende 2015 mit anderen Investoren um den Milka-Konzern Mondelez für 13,9 Milliarden Dollar gekauft. Die Reimann-Familie kontrolliert auch den Kaffeehersteller Jacobs Douwe Egberts, was JAB zum weltgrößten Kaffeekonzern macht. Der Clan ist auch an der Kosmetik- und Parfümfirma Coty und etlichen US-Gastroketten wie Peet's Coffee, Panera Bread oder Krispy Kreme Doughnuts beteiligt.

Die Ursprünge der Reimann-Dynastie reichen bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zurück, als Johann Adam Benckiser und Karl Ludwig Reimann in Ludwigshafen eine Chemiefabrik aufbauten. Der Reimann-Clan führte die Manager-Magazin-Liste der 1001 reichsten Deutschen zuletzt mit einem geschätzten Vermögen von 33 Milliarden Euro erstmals an und kam damit noch vor die BMW-Erben Stefan Quandt und Susanne Klatten.

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