Süddeutsche Zeitung

Kolumne: Gewusst wie:Wie man die Outdoor-Saison verlängern kann

Ist es wirklich schon Herbst? Laut Kalender ja, aber das Spätsommer-Gefühl lässt sich auf dem Balkon oder im Garten noch etwas erhalten - mit ein paar Tricks.

Von Ingrid Brunner

Ein typisches Herbstgeräusch? Da fällt einem spontan der wenig beliebte Laubbläser ein. Doch das ist nur ein Teil des Soundtracks. Stille Beobachter hören nicht nur Igel und Eichhörnchen im Hinterhof rascheln. Immer wieder mischt sich auch das Knistern großer Plastikplanen darunter. Menschen bedecken über Nacht ihre Räder oder ihre Gartenmöbel, um sie vor Feuchtigkeit, Nebel und Morgentau zu schützen.

Will heißen: Wer im Oktober die Outdoor-Saison noch nicht ganz verloren geben will, braucht Strategien, um die Freiluftmöbel vor Kälte und Nässe zu schützen und bei Sonne schnell wieder verfügbar zu haben. Zum Beispiel durch Abdeckungen, Hussen oder Plastikplanen, die ohne großen Aufwand heruntergezogen sind.

Fein heraus ist, wer schon beim Kauf des ganzen Freiluft-Wohnzimmers an passende Aufbewahrungsboxen oder -truhen für die Polster gedacht hat. Wenn die Boxen den ganzen Winter draußen bleiben, sollten diese wasser- und staubdicht sein und Platz genug auch für die großen Auflagen und Kissen bieten. Manche eignen sich praktischerweise zugleich auch als Beistelltisch oder Sitzbank. Und warum nicht einmal ausprobieren, wie lange sich die Outdoor-Saison noch verlängern lässt? Da geht noch was, mag sich der eine oder die andere sagen.

Die Illusion von Feuer liefern LED-Lampen

Klar, die Zeit der Heizpilze ist vorbei. Mit denen konnte man es sich auf der Terrasse auch in der kalten Jahreszeit so richtig muckelig machen. Ein paar neue, energiesparende Ideen müssen her. Da lohnt ein Blick nach Norden, zu den wettergestählten Wikingern, die jeder Witterung trotzen und sich Wettkämpfe im Wintergrillen und Eisbaden liefern.

In Oslo und anderen skandinavischen Städten fingen smarte Gastronomen irgendwann damit an, ihre Außenbereiche auch im Winter zu betreiben. Die Gäste sitzen seither in Decken und Felle gehüllt draußen und genießen ihre After-Work-Drinks. Und weil dies gute Bilder liefert und tatsächlich eine Zeit lang warm hält, fand die Idee längst Nachahmer von Kirkenes bis Cortina. Warum also nicht auch Felle, Filzdecken und Fußsäcke auf dem heimischen Balkon oder der Terrasse?

Optisch erwärmt sich das Auge an immergrünen Pflanzen. Eine Grünfassade kann zudem fast wie eine zusätzliche Dämmung wirken. Für die richtige Stimmung wäre dann noch ein Feuerchen schön. Doch Feuerschalen sind aus gutem Grund nur unter freiem Himmel erlaubt. Für eine besondere Atmosphäre sorgen auch Laternen oder Windlichter. Zumindest die Illusion von Feuer liefern LED-Lampen, die nicht nur glühen wie echte Holzscheite, teurere Varianten liefern zudem den Klang von knisterndem Holz.

Jetzt noch ein Heißgetränk im Isolierbecher - und man könnte im Jahreskreislauf neben dem Angrillen im Frühjahr und dem Anbaden im Frühsommer vielleicht ein weiteres Event im Freizeitkalender verankern. Wie wäre es mit anfrosten oder anfrieren zu Allerheiligen oder St. Martin?

Bestens informiert mit SZ Plus – 4 Wochen kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.6286306
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
SZ/weka
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.