Süddeutsche Zeitung

Fußball:Hoeneß: Salary Cap "wird nicht funktionieren"

Der frühere Bayern-Präsident hat eine andere Idee für mehr Chancengleichheit. Tennisprofi Nick Kyrgios sagt für die US Open ab. Chelsea hat große Personalsorgen.

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Uli Hoeneß, Gehaltsobergrenze: Der früheren Bayern-Boss hält den Salary Cap nicht für ein geeignetes Mittel gegen das zunehmende ökonomische Gefälle im europäischen Fußball. "Das wird nicht funktionieren", sagte Hoeneß im Interview mit der FAZ (Montagausgabe) und nannte eine frühere Erfahrung als Begründung. "Bei der G14, dem früheren Zusammenschluss der großen europäischen Klubs, wurde mal ein Gentlemen's Agreement geschlossen, sich gegenseitig die Spieler nicht wegzukaufen", berichtete der 68-Jährige: "Bis zur nächsten Sitzung hatten wieder zwei von den Größten den anderen was weggeholt. Da haben wir das beendet, bevor es überhaupt richtig losgegangen war." Auch Play-offs oder eine Umverteilung der Fernsehgelder in Deutschland hält Hoeneß nicht förderlich für mehr Spannung in der Bundesliga. Dagegen befürwortete er wie schon in der Vergangenheit die Abschaffung der 50+1-Regel, um Investoren die Übernahme von Klubs zu ermöglichen: "Da wäre ich sofort dabei. Wenn die Meinung ist, dass damit eine größere Chancengleichheit käme, wir würden nie dagegen stimmen."

Fußball, Sandro Wagner: Der ehemalige Nationalspieler und Bayern-Stürmer Sandro Wagner beendet seine Karriere als Fußballprofi. "Ich bin unglaublich dankbar, dass mir der Fußball ein wunderbares Leben ermöglicht hat. Ich habe all meine Ziele und Träume verwirklichen können", sagte der 32-Jährige der Bild am Sonntag.

Nach 13 Jahren als Profi will Wagner künftig als Trainer arbeiten. "Im September starte ich meine Trainer-Ausbildung in einem DFB-Sonderkurs. Mein Plan ist es, im kommenden Sommer in den Trainer-Bereich einzusteigen", kündigte er an. "Ich mache nun ein Jahr Pause und genieße die Zeit mit meiner Familie, der ich am meisten danken möchte." Acht A-Länderspiele hat Wagner für den DFB absolviert: "Das Nationaltrikot zu tragen hat mich mit besonderem Stolz erfüllt." Erst vor gut einer Woche hatte Wagner seinen Vertrag bei Tianjin Teda in China aufgelöst. Der Grund dafür seien die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie.

Tennis, US Open: Neben der Weltranglistenersten Ashleigh Barty wird auch ihr australischer Landsmann Nick Kyrgios nicht bei den US Open der Tennisprofis in New York antreten. "Ich verzichte für die Menschen, für meine Aussies, für die Hunderttausenden Amerikaner, die ihr Leben verloren haben, für euch alle", teilte Kyrgios in einem Twitter-Video mit. Es tue ihm "in der Seele weh".

Kyrgios hatte sich während der Corona-Pandemie immer wieder mit anderen Spielern angelegt. Der 25-Jährige gehörte zu den schärfsten Kritikern der Adria-Tour des Weltranglistenersten Novak Djokovic (Serbien), an der unter anderem Alexander Zverev (Hamburg) teilgenommen hatte. Die Tour musste abgebrochen werden, nachdem Grigor Dimitrow (Bulgarien), Viktor Troicki (Kroatien), Borna Coric (Kroatien) und Djokovic positiv auf das Coronavirus getestet worden waren.

Die Spielervereinigung ATP bezeichnete Kyrgios im Juli als "egoistisch", weil sie trotz der prekären Lage in dem von der Seuche hart getroffenen Land an den Plänen zur Austragung der US Open (ab 31. August) festhält.

Auch Alexander Zverev hat die Pläne zur Austragung der US Open kritisiert, eine eigene Absage aber vorerst ausgeschlossen. "Es ist ein bisschen verrückt, jetzt die US Open zu spielen", sagte der Weltranglisten-Siebte aus Hamburg bei einem Show-Turnier in Südfrankreich: "Ich würde es lieber haben, wenn die US Open nicht stattfinden würden und wir in Europa anfangen." Es sei angesichts der Corona-Pandemie "nicht die richtige Zeit, jetzt nach Amerika zu fliegen", sagte der 23-Jährige. Er fügte aber auch hinzu: "Wenn die US Open stattfinden, was sollen wir Spieler machen? Gerade wenn alle spielen, es geht ja auch um Ranglistenpunkte." Über eine Absage für das Grand-Slam-Turnier, das am 31. August in New York beginnen soll, habe er "momentan noch nicht nachgedacht", sagte er.

Champions League, Chelsea: Der FC Chelsea hat vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League beim FC Bayern München große Personalprobleme. Bei der 1:2-Niederlage im FA-Cup-Finale gegen den Londoner Stadtrivalen FC Arsenal verletzten sich am Samstag der Ex-Dortmunder Christian Pulisic, Kapitän César Azpilicueta und Pedro.

Das Ausmaß der Muskelverletzungen von Pulisic und Azpilicueta müsse noch festgestellt werden, sie würden aber "eindeutig nicht fit für nächste Woche" sein, sagte Blues-Trainer Frank Lampard. Für den Spanier Pedro, der den Club nach der Saison verlässt, sei es aufgrund der Schulterverletzung "wahrscheinlich" das letzte Spiel für Chelsea gewesen. Bayern empfängt den Verein aus der englischen Premier League im Kampf um den Viertelfinal-Einzug in der Königsklasse am 8. August und besitzt nach dem 3:0-Auswärtssieg im ersten Duell beste Chancen.

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