Süddeutsche Zeitung

Formel 1 in Spa:Leclerc gewinnt erstes Formel-1-Rennen seiner Karriere

  • Der Monegasse Charles Leclerc hat sich in Spa den ersten Sieg seiner Karriere gesichert.
  • Er gewann vor Lewis Hamilton und Valtteri Bottas in ihren Mercedes - und vor Sebastian Vettel, der in Spa 2018 gewonnen hatte.
  • Überschattet wurde das Rennen vom Unglück vom Vortag: Da war der französische Nachwuchsfahrer Anthoine Hubert tragisch ums Leben gekommen.

Jungstar Charles Leclerc hat seinen Premierensieg in der Formel 1 gefeiert und Ferrari damit den ersten Saisonerfolg beschert. Der 21-jährige Monegasse gewann am Sonntag den Großen Preis von Belgien auf der Berg- und Talbahn von Spa von der Pole Position aus. Weltmeister Lewis Hamilton und Valtteri Bottas in den Mercedes-Silberpfeilen verwies er auf die Plätze zwei und drei.

Sebastian Vettel im zweiten Ferrari musste sich mit dem vierten Rang begnügen: Hinter dem Mercedes-Duo steuerte der Deutsche seinen Ferrari mit 26 (!) Sekunden Rückstand auf Leclerc auf den enttäuschenden vierten Platz. Seinen Status als Ferrari-Frontmann verliert der viermalige Weltmeister damit immer mehr an den elf Jahre jüngeren Leclerc.

Im 13. Saisonrennen, dem ersten nach der Sommerpause, stand damit erstmals ein Ferrari-Pilot ganz oben auf dem Podest. Dennoch führt Hamilton (268 Punkte) in der WM-Wertung weiterhin deutlich vor Bottas (203). Leclerc (157) ist weiterhin Gesamtfünfter hinter Vettel (169). Der am Sonntag ausgeschiedene Red-Bull-Pilot Max Verstappen (181) liegt auf Rang drei.

Für Max Verstappen war das Rennen schon nach wenigen 100 Metern beendet. Der Red-Bull-Pilot, dem nach seinem Sieg in Hockenheim die Schlagzeilen des Sommers gehört hatten, kam schon am Start schlecht weg. Er kollidierte dann mit dem Alfa von Kimi Räikkönen, dabei brach die vordere Radaufhängung, und Verstappen landete in der Bande. "Ich hatte einen schlechten Start, und dann hat Kimi mich nicht gesehen", sagte er bei RTL. "Aber es ist egal, es ist passiert, und solche Dinge können passieren."

Vorne gaben zunächst die beiden Ferrari den Ton an. Hamilton hatte es nach dem Start nur kurz geschafft, sich an Vettel vorbei auf Platz zwei zu schieben, doch auf der langen Kemmel-Geraden zog Vettel aus dem Windschatten wieder vor. Nach einem kurzen Verbremser von Vettel in La Source war Hamilton wieder dran, doch gegen den Highspeed des Ferrari auf der Geraden war der Mercedes ohne Chance. "Sie sind uns eine Meile voraus", blaffte Hamilton in den Boxenfunk.

Erst am Vortrag war Nachwuchsfahrer Hubert tragisch ums Leben gekommen

Schon in der 16. Runde kam Vettel rein und holte sich neue Reifen. Mit den gelben Gummis sollte er die restlichen 28 Runden durchfahren, so lautete Ferraris Plan A. Er schien aufzugehen, Vettel holte eine Bestzeit nach der anderen, doch schon in der 21. Runde signalisierte ihm die Box, die Reifen möglichst ein bisschen zu schonen.

Nach Leclercs Boxenstopp übernahm Vettel kurzzeitig die Führung, aber in der 27. Runde zahlte er den Preis für den frühen Reifenwechsel. "Seb wird dich gleich vorbeilassen", teilte die Box Leclerc mit, und so geschah es. Von hinten stürmte Hamilton heran. "Er wird gleich über mich drüber fahren", sagte Vettel ein wenig resigniert - und wurde in Runde 32 von Hamilton "gefressen". Der zweite Reifenwechsel war dann das Ende aller Hoffnungen auf einen Podiumsplatz.

Das Rennen in Spa fand nur einen Tag nach dem tragischen Unfalltod des französischen Nachwuchsfahrers Anthoine Hubert statt. Auf den Autos und den Helmen der Fahrer erinnerten Aufkleber mit den Worten "Racing for Anthoine" und dessen Startnummer 19 an den 22-Jährigen, der auf so tragische Art ums Leben gekommen war. Zudem trugen die Mitglieder der Teams und die Fahrer schwarze Armbinden als äußeres Zeichen der Trauer. Mit einer gemeinsamen Schweigeminute hatten Fahrer und Teamchefs aller Serien bereits am Sonntagmorgen des jungen Franzosen gedacht.

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