Süddeutsche Zeitung

EV Landshut:Immer wieder dienstags

Aufbruchsstimmung auf der Baustelle: Aufsteiger Landshut muss auf die ersten Heimspiele warten, weil die Halle noch nicht fertig ist.

Am Mittwochnachmittag wartete noch viel Steinwolle auf die Arbeiter auf dem sonnigen Dach des Eisstadions am Gutenbergweg in Landshut. Mit Webcam-Fotos informieren die Stadt und der Eishockeyklub EV Landshut über den Fortgang der Sanierungsarbeiten. Die Handwerker dämmen gerade das Dach und befinden sich mit ihren Arbeiten "voll im Plan", wie der Trainer Axel Kammerer, 55, weiß. Bis 2022 wird in Landshut am Stadion gewerkelt, am Ende soll ein schick renoviertes Eisstadion herauskommen, 22 Millionen Euro hat die Stadt dafür veranschlagt.

Das passt so ein bisschen zur Aufbruchsstimmung in der Hauptstadt Niederbayerns. Hinter den Landshutern liegt ein Sommer des Aufstiegs. Ende April gewannen sie die Oberliga-Meisterschaft gegen die Tilburg Trappers, dann ließen sie sich erst auf der Frühjahrsdult und zuletzt auf der Herbstdult auf der örtlichen Grieserwiese feiern. "Man merkt einfach, dass hier Eishockey gelebt wird", sagt Kammerer. Zweimal gewann der EVL die deutsche Meisterschaft (1970, 1983). Nur trainieren konnte das Team bauarbeitsbedingt zuletzt nicht auf Landshuter Grund.

Kammerer coachte daher eine etwas heimatlose Mannschaft vor dem Start in der zweithöchsten deutschen Spielklasse DEL2, die Landshuter wichen nach Moosburg aus. Zudem bereiteten sie sich eine Woche lang im Trainingslager in Tschechien vor, wo auch die früheren Landshuter Jugendspieler und heutigen NHL-Cracks Tom Kühnhackl und Tobias Rieder mit übers Eis flitzten. Die Eishockey-Familie am Ort bleibt weiter groß. Ab der kommenden Woche finden dann die Trainingseinheiten des DEL2-Teams übrigens wieder am Gutenbergweg statt.

Bis zum ersten Heimspiel dauert es allerdings noch etwas: Am 18. Oktober empfängt der EVL die Eispiraten Crimmitschau, zuvor muss noch am Stadion gewerkelt werden. "Das ist ein bisschen schade für uns, weil wir die große Euphorie des Aufstiegs daheim nicht direkt mit in die Saison nehmen können", sagt Kammerer. "Aber wir wussten ja, dass es so kommt." Kammerer ist Pragmatiker, da müssen er und sein Team halt nun mal durch. Sie spielen anfangs statt zweimal pro Wochenende immer nur einmal, und auch nur auswärts. "Da wird es schwierig für uns, im Rhythmus zu bleiben, das ist die Herausforderung zum Start", sagt der Coach. Später folgt die Herausforderung des Vielspielens: Landshut muss die Heimspiele der ersten Wochen ja alle im Herbst und Winter an Dienstagabenden nachholen.

An diesem Freitag starten die Aufsteiger bei den Dresdner Eislöwen (19.30 Uhr). Nach dem Testspielsieg beim Ligakonkurrenten Bad Nauheim am vergangenen Wochenende sieht Kammerer seine Mannschaft gut vorbereitet. Das Auswärtsspielen haben sich die Landshuter in diesen "sechs abwechslungsreichen Wochen" ohnehin schon angeeignet. Einen Sommer als Vagabunden durch die Lande ziehen, das war auch für den Trainer eine neue Erfahrung.

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Quelle:
SZ vom 12.09.2019
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