Süddeutsche Zeitung

Eintracht Frankfurt:Dost dreht das Spiel

Frankfurts neuer Angreifer sichert einen 2:1-Sieg gegen Düsseldorf. Ante Rebic wird zum AC Mailand wechseln, für ihn kommt Andre Silva.

Von Johannes Aumüller, Frankfurt

Seine erste Aktion: ein Foul. Seine zweite Aktion: ein herausgeholter Freistoß in aussichtsreicher Position. Seine dritte Aktion: eine scharfe Hereingabe, die in der Mitte keinen Abnehmer fand. Und seine vierte Aktion: der Treffer zum Ausgleich, mit dem seine Mannschaft das Spiel zu drehen begann. Mit 2:1 (0:1) hat Eintracht Frankfurt am Sonntagabend gegen Fortuna Düsseldorf gewonnen - und es war ein Sieg, an dem der neue niederländische Angreifer Bas Dost, 30, einen erheblichen Anteil hatte.

In der vergangenen Woche war der frühere Wolfsburger als Ersatz für die abgewanderten Top-Stürmer Luka Jovic und Sebastien Haller von Sporting Lissabon verpflichtet worden; unter anderem mit der Empfehlung von 76 Treffern in 84 Ligaspielen für seinen bisherigen Klub. Gegen Düsseldorf nahm Dost nun zunächst auf der Bank am Platz, aber immerhin saß er überhaupt dort, während der Kroate Ante Rebic auf eigenen Wunsch gar nicht im Kader stand. Kurz nach dem Spiel gab Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic bekannt, dass Rebic zum AC Mailand wechselt. Dafür kommt von Milan, vorbehaltlich letzter Formalitäten, der 33-malige portugiesische Nationalspieler Andre Silva auf Leihbasis zur Eintracht. Rebic habe den großen Wunsch gehabt, zu einem großen Klub und nach Italien zu gehen, so Bobic; und Silva sei "ein toller Spieler, er wird eine ganz andere Note reinbringen".

Frankfurt waren zunächst die Spuren ihres wilden 3:0 gegen Straßburg am Donnerstag anzumerken. Düsseldorf war die bestimmende Mannschaft - und in der vierten Minute landete der Ball nach einer geschickten Freistoßvariante sogar im Netz. Aber der Treffer zählte nicht, weil Frankfurts Makoto Hasebe regelwidrig geblockt worden war. Und just als sich die SGE anschickte, sich zumindest etwas zu stabilisieren, gingen die Gäste in Führung. Ein schnell ausgeführter Einwurf - nicht die einzige Szene, in der die Düsseldorfer deutlich gedankenschneller wirkten - war die Basis, und am Ende köpfelte Rouwen Hennings den Ball zum 1:0 ins Netz.

Frankfurt hielt mit einem Volleyschuss von Daichi Kamada dagegen (44.), und nach der Halbzeit kam Dost ins Spiel. Der strahlte sogleich eine ganz andere Präsenz und Gefahr aus und schien seine Elf förmlich mitzureißen. Die erste Chance der zweiten Hälfte vergab zwar Hennings für Düsseldorf, aber danach übernahm Frankfurt. Filip Kostic schoss den von Dost herausgeholten Freistoß so scharf, dass ihn Zackary Steffen gerade so parieren konnte. Und in der 57. Minute erzielte Dost seinen ersten Bundesligatreffer seit exakt 1234 Tagen: Mitstürmer Goncalo Paciencia verlud seinen Gegenspieler und flankte in die Mitte, und Dost köpfelte ein zum 1:1.

Die Frankfurter waren jetzt die bessere Mannschaft und agierten viel konzentrierter. In den letzten zehn Minuten vergaben zunächst Paciencia und Kamada, ehe es doch noch klappte mit dem Siegtor. Nach einer Flanke von rechts vollendete in der Mitte Paciencia.

Bestens informiert mit SZ Plus – 4 Wochen kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.4584199
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
SZ vom 02.09.2019
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.