Süddeutsche Zeitung

WM 2006:Wie der DFB auf die Bestechungs-Vorwürfe reagiert

Schwarze Kasse? WM gekauft? Der Deutsche Fußballbund weist die Anschuldigungen mit scharfen Worten zurück.

Der Deutsche Fußballbund (DFB) hat Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe zur WM 2006 entschieden zurückgewiesen. Auf der DFB-Homepage werden die mutmaßlichen Enthüllungen des Spiegel als "völlig haltlose Behauptungen" bezeichnet. Weiter heißt es:

"Ebenso deutlich weist der Verband die durch keinerlei Fakten belegten Schlussfolgerungen der Autoren zurück, es seien in diesem Kontext Stimmen für die WM-Vergabe gekauft worden. Mit aller Konsequenz hält der DFB deshalb nochmal ausdrücklich fest, dass dementsprechend weder der DFB-Präsident noch die anderen Mitglieder des Organisationskomitees in derartige Vorgänge involviert sein oder davon Kenntnis haben konnten. Der DFB behält sich rechtliche Schritte gegen die Darstellung des Magazins 'Der Spiegel' vor."

Das Nachrichtenmagazin hatte veröffentlicht, dass es Anhaltspunkte für die Existenz von schwarzen Kassen beim DFB habe, mit deren Mitteln die Stimmen mehrerer Funktionäre gekauft worden seien.

Auch der erste Vizepräsident und stellvertrende Präsident des WM-Komitees nahm Stellung zu den Anschuldigungen. "Mir war von einer schwarzen Kasse nichts bekannt. Die Stimmen sind nicht gekauft worden", sagte Horst R. Schmidt dem Fernsehsender Sky Sport News HD.

Bundesjustizminister Heiko Maas fordert eine rückhaltlose Aufklärung der Vorwürfe.

Und der Sprecher für Sportpolitik im Bundestag, Özcan Mutlu (Die Grünen), sagte: "Bestätigen sich die schweren Vorwürfe, ist der Fifa-Skandal mit aller Härte auch in Deutschland beim DFB angekommen. Ein solches Vorgehen wäre unfassbar."

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SZ.de/max/ewid
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