Süddeutsche Zeitung

Basketball:Alba Berlin feiert Pokaltriumph

Gegen Oldenburg gewinnen die Berliner zum zehnten Mal den Wettbewerb und ziehen mit dem Rekordsieger gleich. Porto-Profi Moussa Marega verlässt nach rassistischen Beleidigungen das Feld.

Basketball, Pokal: Alba Berlin hat zum zehnten Mal den deutschen Basketball-Pokal gewonnen und mit Rekordsieger Bayer Leverkusen gleichgezogen. Der Hauptstadtclub setzte sich am Sonntag in einem packenden Endspiel vor heimischer Kulisse mit 89:67 (40:43) gegen die EWE Baskets Oldenburg durch. Für Berlin war es der erste Titelgewinn seit 2016. Die vergangenen fünf Finals in Meisterschaft, Pokal und Eurocup hatte das Team von Trainer Aito Garcia verloren. Bester Werfer des Siegers war Martin Hermannsson mit 20 Punkten, für Oldenburg reichten auch 17 Zähler von Braydon Hobbs nicht. Die Niedersachsen warten weiter auf ihren zweiten Pokaltriumph nach 2015.

Fußball, Rassismus: Der Sieg von Bayer Leverkusens Europa-League-Gegner FC Porto bei Vitoria Guimarães ist von einem Eklat überschattet worden. Wenige Minuten nach seinem Siegtor zum 2:1 (1:0) in der 60. Minute verließ Torschütze Moussa Marega das Spielfeld und reagierte damit offenbar auf rassistische Beleidigungen, wie die Zeitung Diario de Noticias berichtete.

Mitspieler und Profis von Gastgeber Guimarães versuchten, den Fußball-Nationalspieler aus Mali zu beruhigen und offenbar zum Weiterspielen zu bewegen, der aufgebrachte 28-Jährige war jedoch in minutenlangen, erregten Diskussionen nicht dazu zu bewegen. Marega ließ sich auswechseln und streckte auf dem Weg in die Kabine mit Blick Richtung Tribüne beide Daumen nach unten. Sogar ein Sitz in seine Richtung sei zuvor geflogen, berichteten Medien. Für ihn kam in der 72. Minute Wilson Manafá auf das Feld.

Laut Trainer Sérgio Conceição sei Marega seit dem Warmmachen von der Vitoria-Bank aus beleidigt worden. "Wir sind eine Familie, unabhängig von Nationalität, Hautfarbe, Größe, Haarfarbe. Wir sind eine Familie. Wir sind Menschen. Wir verdienen Respekt." Durch den Sieg verkürzte der FC Porto den Abstand zu Spitzenreiter und Rekordmeister Benfica Lissabon auf nur noch einen Punkt. Porto tritt am Donnerstag (21.00 Uhr) zum Hinspiel des Sechzehntelfinales in Leverkusen an.

Fußball, Rassismus: Nach den Rassismusvorwürfen durch U16-Jugendspieler von Hertha BSC und dem anschließenden Spielabbruch ist die Partie der B-Junioren-Regionalliga aus dem Dezember für die Berliner als verloren gewertet worden. Zugleich entschied das Sportgericht des Nordostdeutschen Fußballverbands in der Verhandlung am Samstag, dass sportgerichtliche Verfahren gegen den damaligen Hertha-Gegner VfB Auerbach und zwei seiner Spieler eingeleitet werden sollen. Nach Angaben von Hertha waren die Nachwuchskicker während der Partie im Dezember von ihren Gegenspielern rassistisch beleidigt worden und hatten die Partie deshalb abgebrochen. Der NOFV geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Vorwürfe zutreffen. Das Verhalten sei während des Spiels aber nicht korrekt angezeigt worden, wodurch entsprechende Strafmaßnahmen verhindert worden seien. Das Verlassen des Spielfelds sei daher nicht gerechtfertigt gewesen, weshalb der Verein verwarnt und das Spiel als verloren gewertet worden sei.

Ski alpin: Lena Dürr hat ihre gute Form nicht bestätigen können. Beim Weltcup-Slalom in Kranjska Gora schied die 28-Jährige aus Oberbayern am Sonntag im zweiten Durchgang aus. Nach dem ersten Lauf war sie noch Zwölfte gewesen. In Abwesenheit der Weltcup-Führenden Mikaela Shiffrin, deren Rückkehr in den Ski-Zirkus nach dem unerwarteten Tod ihres Vater Jeff weiter ungewiss ist, gelang Petra Vlhova der dritte Slalom-Sieg in Serie. Die Slowakin profitierte allerdings im zweiten Durchgang vom Sturz der weit in Führung liegenden Schwedin Anna Swenn Larsson. Als einzige Deutsche erreichte Christina Ackermann auf Rang 24 das Ziel. Zweite wurde Wendy Holdener aus der Schweiz vor der Österreicherin Katharina Truppe. Dank des Erfolgs liegt Vlhova in der Disziplin-Wertung nun knapp vor US-Star Shiffrin.

Skispringen, Kulm: Skispringer Karl Geiger hat im Duell mit dem Weltcup-Führenden Stefan Kraft erneut Punkte im Gesamtklassement verloren. Der 27 Jahre alte Allgäuer belegte am Sonntag in Bad Mitterndorf nach einem Flug auf 225 Meter und konnte nach Rang vier am Samstag seine gute Form bestätigen. Das Skifliegen wurde wegen zu starken Windes kurz vor dem Ende abgebrochen. Lokalmatador Kraft sicherte sich mit 230 Metern den Sieg und liegt nun in der Gesamtwertung schon 138 Punkte vor Geiger. Das Podium hinter Kraft komplettierten am berühmten Kulm Ryoyu Kobayashi aus Japan sowie der Slowene Timi Zajc. Hinter Geiger hatten auch Stephan Leyhe (10.), der dreifache Seefeld-Weltmeister Markus Eisenbichler (16.) und Pius Paschke als 17. den Sprung unter die besten 30 geschafft. Keine Punkte gab es diesmal für Youngster Constantin Schmid, der Rang 36 belegte. Für die Skispringer geht es am kommenden Wochenende im rumänischen Rasnov weiter.

Fußball, Rassismus: Leroy Kwadwo hat nach den rassistischen Beleidigungen gegen ihn ein noch entschlosseneres Handeln aller Beteiligten gefordert. "Der Fußball hat eine große Macht. Wir sollten dann alle zusammenrücken, sagen, so geht es nicht weiter, dann spielen wir nicht", sagte der 23 Jahre alte Profi der Würzburger Kickers am Samstag im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF auf die Frage, ob Spielabbrüche eine angemessene Reaktion sein könnten. Kwadwo war am Freitag im Drittligaspiel bei Preußen Münster (0:0) von einem Zuschauer mit Affenlauten beschimpft worden. Andere Zuschauer reagierten mit "Nazis-raus"-Rufen und zeigten auf den Mann, so dass dieser in Polizeigewahrsam genommen werden konnte. Die Reaktion sei "fast eine Genugtuung" für ihn gewesen, sagte Kwadwo. "Nochmal einen großen Dank an die Fans von Preußen, die da schnell und gut gehandelt haben", fügte der Fußballer mit ghanaischen Wurzeln hinzu. Nach den Beleidigungen sei er "sauer, verwundert und enttäuscht", gewesen. "Es ist das erste Mal, dass mir so etwas widerfahren ist. Es war ein Erlebnis, das man nicht in Worte fassen kann, das man niemandem zumuten möchte", sagte Kwadwo.

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