Süddeutsche Zeitung

2. Bundesliga:Regensburg hadert mit Eigentor in der 94. Minute

So kommt der 1. FC Nürnberg spät zum Ausgleich, bleibt aber in Abstiegsgefahr. Schalkes Suat Serdar fällt für den Rest der Saison aus.

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2. Bundesliga, Nürnberg: Der 1. FC Nürnberg steckt im Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga fest und muss weiterhin um den Klassenverbleib bangen. Die seit nunmehr vier Spielen sieglose Mannschaft von Trainer Jens Keller schaffte am Dienstagabend im Derby bei Jahn Regensburg durch ein Eigentor von Tim Knipping in der Nachspielzeit noch das 2:2 (1:1), wartet damit aber immer noch auf den ersten Sieg nach der Corona-Pause. Trotz des ersten Treffers nach 297 Minuten durch Mikael Ishak, der zu seinem ersten Einsatz in diesem Jahr kam, gerieten die Gäste durch die Treffer von Andreas Albers (44.) und Sebastian Stolze (48.) in Rückstand. Erst das Eigentor von Knipping (90.+4) verhalf den Gästen zu einem glücklichen Punktgewinn.

Erschwerend für die Nürnberger kam hinzu, dass die Konkurrenz zu wichtigen Erfolgen kam. Der VfL Osnabrück konnte seine Negativserie in diesem Jahr beenden und kam zum ersten Sieg nach zuvor zehn Spielen ohne Punkte-Dreier. Die Treffer zum überraschenden 2:0-Auswärtssieg bei der zuvor vier Spiele unbesiegten SpVgg Greuther Fürth erzielten David Blacha in der 9. Minute und Niklas Schmidt mit seinem vierten Saisontreffer (58.). Damit verbesserten sich die Niedersachsen auf Rang zwölf.

Auch der SV Sandhausen landete nach acht sieglosen Spielen in Serie im Abstiegs-Duell mit dem SV Wehen Wiesbaden einen wichtigen Punkte-Dreier und verbesserte sich um einen Rang auf Platz 13. Der zuletzt gesperrte Kapitän Dennis Diekmeier erzielte bei seiner Rückkehr den Treffer zum 1:0-Endstand beim Tabellen-17. Im Kampf um den Anschluss an Platz drei feierte der SV Darmstadt 98 einen weiteren Erfolg. Ausgerechnet gegen den ehemaligen Trainer Dirk Schuster gewannen die Hessen bei Erzgebirge Aue mit 3:1 (1:1) und festigen den fünften Platz. Ein verwandelter Foulelfmeter von Tobias Kempe (19.) und ein Doppelpack von Serdar Dursun (72./81.) brachten Darmstadt auf Erfolgskurs, Florian Krüger (8.) hatte die 1:0-Führung für die Gastgeber erzielt.

Bundesliga, FC Schalke 04: Der FC Schalke 04 muss für den Rest der Saison ohne Nationalspieler Suat Serdar auskommen. Der 23-Jährige zog sich beim 0:3 gegen Augsburg am Sonntag eine Verletzung am linken Knie zu. "Er hat einen knöchernen Außenbandanriss in Höhe des Wadenbeinköpfchens. Drei bis vier Monate Ausfallzeit", sagte Schalkes Trainer David Wagner am Dienstag in einer virtuellen Pressekonferenz.

Nach neun Spielen ohne Sieg stehen die Königsblauen beim Abstiegskandidaten Fortuna Düsseldorf am Mittwoch (20.30 Uhr/Sky) unter Druck und wollen die Wende schaffen. Wagner muss wegen der neuerlichen Verletzungsmisere seine Startformation aber erneut ändern. Neben Serdar fallen Benjamin Stambouli, Omar Mascarell und Amine Harit weiterhin aus. Jean-Clair Todibo und Ozan Kabak sind dagegen wieder Alternativen. "Es geht darum, dass wir in Düsseldorf wieder Lösungsmöglichkeiten finden und die vielen individuellen Fehler abstellen. Sonst wird es in Zukunft schwierig, zu punkten oder Spiele zu gewinnen", sagte der 48 Jahre alte Coach.

Fußball, Italien: Der schwedische Fußballer Zlatan Ibrahimovic, der sich am Montag nur kurz nach der Wiederaufnahme des Trainings beim AC Mailand nach der Coronavirus-Zwangspause verletzt hat, muss voraussichtlich einen Monat lang pausieren. Die Ärzte stellten beim 38-Jährigen eine Verletzung der rechten Wadenmuskulatur fest, die Achillesferse sei jedoch unversehrt. Der Stürmer war nach mehreren Wochen in seiner Heimat vor rund zwei Wochen zu seinem Verein in Mailand zurückgekehrt. Die Klubs der Serie A dürfen seit letzter Woche wieder trainieren. Die Entscheidung, ob und wann die Saison wieder aufgenommen wird, soll am Donnerstag fallen.

Fußball, Niederlande: Trotz der Proteste des AZ Alkmaar bei der Uefa wird der niederländische Fußballverband KNVB die Tabelle der Ehrendivision nach der vorzeitig abgebrochen Spielzeit nicht ändern. Der zweitplatzierte Profiklub aus Alkmaar rückt demnach nicht an die Spitzenposition auf und bekommt auch kein direktes Ticket für die Champions League. Die Uefa habe den Protest zurück an den nationalen Verband verwiesen, sagte ein Sprecher des KNVB: "Für uns hat sich nichts verändert. Wir bleiben bei der Rangliste, und Ajax steht an der Spitze."

Wegen der strengen Corona-Maßnahmen der Regierung hatte der KNVB im April die Spielzeit vorzeitig beendet. Ajax Amsterdam ist Tabellenführer, gefolgt vom punktgleichen AZ, das aber ein schlechteres Torverhältnis hat. Alkmaar hatte dagegen bei der Europäischen Fußball-Union mit dem Hinweis protestiert, dass das Torverhältnis kein objektiver Maßstab sei. Das geht aus einer Korrespondenz hervor, die dem Wirtschaftsblatt "Quote" vorliegt. Nach dem Abbruch der Saison gibt es in den Niederlanden keinen Meister sowie keine Auf- und Absteiger, hatte der KNVB entschieden. Ajax Amsterdam werde allerdings mit Blick auf den Einzug in die Champions League als Nummer eins gesetzt. AZ hat die Chance, die europäische Königsklasse über die Qualifikation noch zu erreichen. Der Club hatte argumentiert, dass er beide Spiele gegen Ajax gewonnen habe und daher Spitzenreiter sein müsste.

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