Süddeutsche Zeitung

Streit um Julian Assange:Schweden: Keine Auslieferung bei Todesstrafe

Die schwedische Regierung hat zugesagt, Julian Assange nicht an die USA auszuliefern, wenn ihm dort die Todeszelle drohe. Das amerikanische Außenministerium wirft Assange vor, durch die aktuelle Diskussion von seinen juristischen Problemen in Schweden ablenken zu wollen.

Die schwedische Regierung hat versichert, Wikileaks-Gründer Julian Assange nicht an die USA auszuliefern, sollte ihm dort die Todesstrafe drohen. "Wir werden niemals eine Person ausliefern, der die Todesstrafe droht", sagte die stellvertretende Direktorin für Strafsachen und internationale Zusammenarbeit im schwedischen Justizministerium, Cecilia Riddselius, der Frankfurter Rundschau vom Dienstag.

Eine mögliche Auslieferung in die USA unterliege strengen Bedingungen. Dazu gehöre, dass die US-Regierung garantieren müsse, dass der Gefangene auf keinen Fall hingerichtet werde. Bisher hätten die USA auch nichts unternommen, um eine Auslieferung Assanges zu beantragen.

In Schweden werden Assange Sexualdelikte vorgeworfen. Das Land fordert deshalb seine Auslieferung aus Großbritannien. Assange verschanzt sich seit zwei Monaten in Ecuadors Botschaft in London. Er fürchtet nach eigenen Angaben, dass Schweden ihn an die USA ausliefern könnte. Mit der Veröffentlichung Zehntausender geheimer US-Depeschen durch Wikileaks hatte Assange den Zorn Washingtons auf sich gezogen.

Assange hatte am Sonntag eine Erklärung abgegeben, in der er Barack Obama beschuldigt, eine Hexenjagd gegen Wikileaks und dessen Anhänger zu führen. Die USA haben diesen Vorwurf zurückgewiesen. Er stelle "wilde Behauptungen" auf, um von seinen juristischen Problemen in Schweden abzulenken, erklärte das Außenministerium in Washington.

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