Süddeutsche Zeitung

Grüne:Stuttgarter OB Kuhn tritt nicht wieder an

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Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn tritt nicht für eine zweite Amtszeit an. Der Grünen-Politiker führte für seine Entscheidung persönliche Gründe an. Er wäre am Ende einer zweiten Amtszeit 73 Jahre alt, sagte der heute 64-Jährige. In dem Alter frage man sich, ob man noch einmal etwas anderes machen wolle. Die Stuttgarter stimmen am 8. November 2020 über ihren künftigen Oberbürgermeister ab.

Kuhn hatte sein Amt vor sieben Jahren als erster Grünen-OB einer Landeshauptstadt angetreten. Er ist Gründungsmitglied und ehemaliger Bundesvorsitzender der Partei und leitete früher die Grünen-Fraktionen im Stuttgarter Landtag und im Bundestag. Kuhn hinterlässt in der baden-württembergischen Landeshauptstadt viele noch nicht abgeschlossene Projekte, deshalb war eigentlich mit einer erneuten Kandidatur gerechnet worden.

Der Grünen-Politiker hatte bei seinem Amtsantritt den Wohnungsmangel in der Landeshauptstadt "zur Chefsache erklärt", die Immobilien- und Mietpreise steigen aber in wenigen Städten so stark wie in Stuttgart. Er hatte das zurückgehende, aber nach wie vor deutliche Feinstaub- und Stickoxid-Problem in den Griff bekommen wollen.

Viele Stuttgarter sind unzufrieden mit Kuhns Amtsführung

In die kommende Amtszeit würde auch der bislang geplante Abschluss des Bahn-Großprojekts Stuttgart 21 fallen. In Stuttgart können die Grünen bei der anstehenden Abstimmung auf ihr starkes Abschneiden bei der jüngsten Kommunalwahl bauen. Im vergangenen Mai hatte die Partei die CDU im Gemeinderat überholt und war stärkste Kraft geworden. Kuhn musste allerdings auch Kritik als Stadtoberhaupt einstecken. Bei einer Forsa-Umfrage im Mai 2018 stellten ihm etwa 56 Prozent der Stuttgarter ein nur mäßiges Zeugnis aus und zeigten sich unzufrieden mit seiner Amtsführung.

CDU und SPD haben sich bislang nicht zu eigenen Kandidaten im Rennen um das Rathaus geäußert. Einzig Marian Schreier, der SPD-Bürgermeister der Stadt Tengen im Kreis Konstanz, hat angekündigt, sich bewerben zu wollen. Er kann aber derzeit nicht auf die Unterstützung des Kreisvorstands der SPD Stuttgart zählen.

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