Süddeutsche Zeitung

Klimakrise:Globale CO₂-Emissionen erreichen neues Rekordhoch

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Die Corona-Krise ließ die Kohlendioxidbelastung rapide sinken - aber nur vorübergehend. Jetzt meldet die Internationale Energieagentur höhere Werte denn je. Vor allem China schadet dem Klima.

Von Michael Bauchmüller, Berlin

Unter den vielen Einschnitten, die das Corona-Krisenjahr 2020 mit sich brachte, zählte dieser noch zu den besten: Auch die klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen gingen in den Lockdown, um 5,8 Prozent brachen sie ein. Es war der stärkste prozentuale Rückgang seit dem Zweiten Weltkrieg, in absoluten Zahlen der stärkste aller Zeiten. Aber er war nur vorübergehend.

Mit der Erholung, so belegen neue Zahlen der Internationalen Energieagentur (IEA), sind die Emissionen nun nicht nur wieder da - sie sind höher denn je. Um zwei Milliarden Tonnen ist die Kohlendioxidlast 2021 angewachsen. Das ist - in absoluten Zahlen - der stärkste Anstieg aller Zeiten. Nimmt man Abschätzungen zu den übrigen Treibhausgasen hinzu, etwa zum Ausstoß von Methan oder Lachgas, sei für 2021 auch mit den höchsten Treibhausgasemissionen aller Zeiten zu rechnen, warnt die IEA. Und das ungeachtet aller internationalen Bekenntnisse zum Klimaschutz.

Der hohe Kohlendioxid-Ausstoß steht in direktem Zusammenhang mit hohen Gaspreisen. Sie haben es zuletzt attraktiver gemacht, Strom mit Kohle statt mit Gas zu erzeugen - auch in Deutschland. Allein 100 Millionen Tonnen zusätzliche CO₂-Emissionen gehen darauf zurück. Insgesamt werde weltweit so viel Kohle verbrannt wie nie zuvor, heißt es in dem Bericht. Sie macht 42 Prozent der insgesamt 36,3 Milliarden Tonnen Kohlendioxid im vergangenen Jahr aus. Zwar erreichten auch die erneuerbaren Energien Rekordwerte - aber der globale Energiehunger ist ebenfalls gewachsen.

Haupttreiber war abermals China, die einzige Wirtschaftsmacht, die sowohl 2020 als auch 2021 wuchs. In diesen zwei Jahren seien die chinesischen Emissionen um 750 Millionen Tonnen angestiegen. Das entspricht ungefähr den jährlichen Emissionen in ganz Deutschland - und übertrifft nach den Daten der IEA das, was der Rest der Welt in den vergangenen zwei Jahren einsparte.

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