Süddeutsche Zeitung

Explosion am Busbahnhof:Mindestens 71 Tote bei Anschlag in Nigeria

Mehrere voll besetzte Busse stehen kurz vor der Abfahrt, da kommt es zur Explosion: Bei einem Bombenanschlag in einem Vorort der nigerianischen Hauptstadt Abuja werden Dutzende Menschen getötet. Ein Selbstmordattentäter soll mit einem roten Fahrzeug einen der Busse gerammt haben.

Bei dem Bombenanschlag auf einen Busbahnhof in der nigerianischen Hauptstadt Abuja sind mindestens 71 gestorben. Dies erklärte ein Sprecher der örtlichen Notfallagentur. Weitere 124 Menschen seien verletzt worden.

Viele voll besetzte Busse, die kurz vor der Abfahrt standen, waren von der Explosion betroffen. Augenzeugen zufolge soll ein Selbstmordattentäter mit einem roten Fahrzeug einen der Busse gerammt haben, wobei die Bombe detoniert sei.

Der britischen BBC zufolge sprengte die Bombe ein mehr als einen Meter tiefes Loch in den Boden und zerstörte mehr als 30 Fahrzeuge. Zahlreiche Rettungsteams seien am Explosionsort, berichtete ein Behördenvertreter der BBC. Soldaten, Polizei und Feuerwehr sollen das Gebiet weiträumig abgeriegelt haben, sagen Augenzeugen.

Wer für die Tat verantwortlich ist, ist noch unklar. Möglicherweise handelt es sich um einen Anschlag der radikal-islamischen Gruppe Boko Haram. Bislang hat sich allerdings niemand zu dem Anschlag bekannt.

Brutale Überfälle auf zwei Dörfer

Die Terrororganisation hat in den vergangenen Monaten eine Serie von Angriffen in Nigeria verübt. Sie wird auch für Überfälle auf zwei Ortschaften im Norden Nigerias vom Wochenende verantwortlich gemacht. Dabei waren nach Angaben der Behörden mindestens 60 Menschen getötet worden, zahlreiche wurden verletzt.

Die Angreifer seien am frühen Sonntagmorgen auf Motorrädern, mit Geländewagen und zwei gepanzerten Fahrzeugen aufgetaucht, berichtete ein örtlicher Behördenvertreter. Die Angreifer hätten Sprengsätze in Häuser geschleudert und diese damit in Brand gesetzt. Dann hätten sie wahllos auf fliehende Dorfbewohner geschossen. Die Angreifer hätten auch Brunnen zerstört, die für die Bewohner die einzigen Trinkwasserquellen gewesen seien, heißt es.

Die Islamisten-Sekte Boko Haram will im Norden Nigerias einen Gottesstaat errichten. Seit 2009 verübt die Gruppe immer wieder schwere Anschläge gegen christliche Einrichtungen, Polizei- und Regierungsstellen und greift ganze Dörfer und Ortschaften an. Der Name bedeutet übersetzt so viel wie "westliche Erziehung ist verboten". Bei den Gewaltexzessen sollen seither mehr als 6000 Menschen getötet worden sein.

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