Süddeutsche Zeitung

Österreich:Dritter Tatverdächtiger nach Tod einer 13-Jährigen festgenommen

Die Polizei in Wien fasst einen weiteren Mann, der am Tod einer Jugendlichen beteiligt sein soll. Nach einem vierten wird international gefahndet.

Nach der Tötung eines 13-jährigen Mädchens in Wien hat die Polizei einen dritten Verdächtigen festgenommen. Außerdem wird international nach einem vierten Mann gefahndet, wie der österreichische Polizeichef Franz Ruf mitteilte. Die vier stehen im Verdacht, das Mädchen sexuell missbraucht und ihren Tod verursacht zu haben.

Nach Ermittlungen der Polizei war das Mädchen in die Wohnung eines Verdächtigen mitgegangen. Dort sei sie unter Drogen gesetzt und missbraucht worden. Die Obduktion ergab, dass sie erstickt wurde. Ihre Leiche war am Samstag in einer Wohngegend in Wien entdeckt worden. Die bisher Festgenommenen stammen aus Afghanistan und sind 16, 18 und 25 Jahre alt. Der Älteste wurde Mittwochabend an einer U-Bahn-Station gefasst.

Nach Angaben der Polizei hat der 18-Jährige die Tat bislang geleugnet. Er war wegen Drogendelikten und Diebstahls vorbestraft. Ihm drohte eine Abschiebung, gegen die er Berufung eingelegt hatte. Der jüngste Tatverdächtige, ein Asylbewerber, habe in den Verhören geschwiegen, hieß es. Nachdem die Nationalität der mutmaßlichen Täter bekannt wurde, hat die in Österreich mit den Grünen regierende konservative ÖVP schnellere Abschiebungen von kriminellen Asylbewerbern versprochen. Außerdem stellte sie Migranten mit anderen kulturellen Werten als Gefahr dar. EU-Ministerin Karoline Edtstadler berief aus Anlass der Tötung ein Gespräch mit Expertinnen und Experten ein. Das erste Ergebnis des Treffens sei, "dass Migration Probleme verursacht", sagte die ÖVP-Politikerin danach.

Am Freitag wurde bekannt, dass das Wiener Landesgericht die Untersuchungshaft über zwei 16 und 18 Jahre alten Tatverdächtige verhängt hat - wegen des Verdachts auf Vergewaltigung mit Todesfolge. Beide hätten sich bisher nicht geständig gezeigt.

Diese Meldung ist zuerst am 1. Juli 2021 auf SZ.de erschienen und wurde am 2. Juli aktualisiert.

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