Süddeutsche Zeitung

Angriff auf Schule:Dutzende Schüler in Uganda getötet

Die Polizei macht Rebellen einer islamistischen Miliz aus dem Nachbarland Kongo für den Tod von mehr als 40 Schülern verantwortlich. Sie sollen zudem weitere Kinder entführt haben.

Bei einem Angriff auf eine Schule in Uganda sind nach Regierungsangaben in der Nacht zum Samstag mindestens 42 Schüler getötet worden. Acht weitere Kinder wurden in der Grenzstadt Mpondwe im Südwesten des Landes schwer verletzt. Ein Schlafsaal der Schule sei niedergebrannt und ein Lebensmittellager geplündert worden, erklärte die Polizei laut einem Bericht der Tageszeitung Daily Monitor.

Die Polizei machte Rebellen der islamistischen Miliz ADF (Allied Democratic Forces) aus dem Nachbarland Demokratische Republik Kongo verantwortlich. Wie ein regionaler Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, wurden zudem 15 Kinder entführt. Die Angreifer befänden sich auf der Flucht, teilte ein Behördensprecher mit. "Unsere Truppen verfolgen den Feind, um die Entführten zu retten und diese Gruppe zu zerstören." Nach Angaben der Polizei sind die Angreifer in den Virunga-Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo geflohen.

Blutige Anschläge seit vielen Jahren

Seit Jahren kommt es immer wieder zu blutigen Anschlägen der ADF und anderer kongolesischer Milizen im Grenzgebiet der beiden ostafrikanischen Länder. Die ADF soll Verbindungen zum zentralafrikanischen Ableger der islamistischen Terrormiliz Islamischer Staat haben. Der schlimmste Angriff der Gruppe geschah 1998. Damals töteten Terroristen bei einem Überfall auf eine Universität in der Grenzregion 80 Studenten.

Der jetzige Angriff auf die Schule, die weniger als zwei Kilometer von der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo entfernt liegt, ist der erste derartige Angriff auf eine ugandische Schule seit vielen Jahren. Im Jahr 2021 wurden Selbstmordattentate in Ugandas Hauptstadt Kampala und anderen Teilen des Landes der ADF zugeschrieben.

Nach eigenen Angaben kämpft die Gruppe für die Rechte der muslimischen Minderheit in Uganda, die von der Regierung an den Rand der Gesellschaft gedrängt würden. Ziel der Gruppe ist der Sturz der Regierung. Opfer der Angriffe sind allerdings meist Zivilisten.

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