Süddeutsche Zeitung

Niedersachsen:Asylbewerber sticht Mitbewohner nieder

  • In einer Asylunterkunft in Norddeutschland ist ein Asylbewerber von einem Mitbewohner niedergestochen worden. Es bestehe keine Lebensgefahr, so die Polizei.
  • Der Fall erinnert an den ebenfalls durch Messerstiche getöteten Asylbewerber Khaled B. in Dresden.

Asylbewerber von Mitbewohner mit Messer schwer verletzt

Ein Asylbewerber ist in einer Unterkunft im niedersächischen Hollenstedt von einem Mitbewohner niedergestochen worden. Ein 45-jähriger soll dem 34-Jährigen am Dienstag bei einem Streit ein Messer in die Brust gestoßen haben, sagte ein Polizeisprecher. Das Opfer sei ins Krankenhaus gebracht worden, Lebensgefahr bestehe nicht.

Der Beschuldigte wurde vorläufig festgenommen. Bei ihm seien anschließend mehr als zwei Promille Alkohol im Blut gemessen worden, hieß es weiter. Gegen den 45-Jährigen wurde ein Verfahren wegen versuchten Totschlags eingeleitet. Noch am Mittwoch will die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl beantragen.

Parallelen zum Fall Khaled B. in Dresden

Der Fall in Niedersachsen erinnert an die Tötung eines anderen Asylbewerbers in Dresden. Khaled B. war Mitte Januar tot vor einem Wohnhaus in einer Plattenbauisiedlung der sächsischen Hauptstadt gefunden worden.

Zunächst wurde über ein fremdenfeindliches Motiv spekuliert. Mittlerweile ergaben die Ermittlungen jedoch, dass wahrscheinlich einer der Mitbewohner den 20-jährigen Khaled B. getötet hat. Er sitzt derzeit in Untersuchungshaft.

Bestens informiert mit SZ Plus – 4 Wochen kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.2335630
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
Süddeutsche.de/dpa/dayk
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.