Süddeutsche Zeitung

Duisburg:Landgericht schlägt Einstellung von Loveparade-Prozess vor

  • Das Landgericht Duisburg hat wegen der Corona-Krise die Einstellung des Loveparade-Strafprozesses vorgeschlagen.
  • Der Prozess war schon Mitte März unterbrochen worden, weil eine Richterin vorsorglich unter Quarantäne gestellt worden war.
  • Angeklagt sind drei Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung.
  • Bei der Loveparade am 24. Juli 2010 in Duisburg waren 21 Menschen erdrückt und mindestens 652 verletzt worden.

Das Landgericht Duisburg hat wegen der Corona-Krise die Einstellung des Loveparade-Strafprozesses vorgeschlagen. Die Verfahrensbeteiligten sollen bis zum 20. April Stellung nehmen.

Aufgrund der dynamischen Entwicklung der Corona-Pandemie sei nicht absehbar, wann und wie die derzeit unterbrochene Verhandlung fortgesetzt werden könne, teilte das Gericht am Dienstag mit.

Der Prozess war schon Mitte März unterbrochen worden, weil eine Richterin vorsorglich unter Quarantäne gestellt worden war. Tests bei ihr und einem weiteren beteiligten Richter seien negativ gewesen, sagte der Sprecher weiter. Zuletzt war am 4. März verhandelt worden. Es war der 183. Verhandlungstag.

In der vergangenen Woche wurde die Pause ein weiteres Mal verlängert. Einige Angeklagte sowie Schöffen und Ergänzungsschöffen gehörten zu Risikogruppen, begründete das Landgericht Duisburg am vergangenen Donnerstag seine Entscheidung. "Einige von ihnen weisen weitere Risikofaktoren für einen schweren oder tödlichen Verlauf im Falle einer Ansteckung auf", sagte Gerichtssprecher Thomas Sevenheck.

21 Tote, 652 Verletzte

Zahlreiche Verfahrensbeteiligte reisten jeweils aus verschiedenen Bundesländern an. Auch seien durchschnittlich etwa 60 Personen in dem fensterlosen, klimatisierten Sitzungssaal über einen langen Zeitraum anwesend.

Bei der Loveparade am 24. Juli 2010 in Duisburg gab es am einzigen Zu- und Abgang zum Veranstaltungsgelände ein so großes Gedränge, dass 21 Menschen erdrückt und mindestens 652 verletzt wurden. Angeklagt sind drei Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung.

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