Süddeutsche Zeitung

Starnberg:Kunstwerke im Schlossgarten zerstört

Die nächtlichen Randalierer beschädigen sogar eine Steinskulptur - das Lieblingsstück der Künstlerin Renate Hofer. Die Stadt schaltet die Polizei ein.

Von David Costanzo

Renate Hofer hat ihre Skulpturen schon monatelang im Schacky-Park in Dießen und an vielen anderen Orten unter freiem Himmel ausgestellt. Nie ist etwas passiert. Nun haben Unbekannte mehrere ihrer Werke zerstört - ausgerechnet in ihrer Heimatstadt Starnberg, ausgerechnet im friedlichen Schlossgarten, ausgerechnet ihr Lieblingsstück. Die 71-jährige Künstlerin zeigt sich schwer enttäuscht, die Stadt hat Strafanzeige erstattet.

Die Täter müssen in der Nacht auf Freitag zugeschlagen haben: Die drei verbliebenen bunt lackierten Stühle liegen in Einzelteilen am Boden, bunte Stempen sind aus der Verankerung gerissen, und die Unbekannten haben Stühle offenbar auf einer der Skulpturen zertrümmert, sodass Brocken aus dem steinernen Kunstwerk brachen. Auch Petra Brüderl vom Kulturbüro der Stadt macht sich ein Bild von der Zerstörung und schaltet die Polizei ein.

Es ist nicht der materielle Schaden von mehr als 3000 Euro, der zum Teil versichert ist, der die Künstlerin ärgert, es ist der ideelle Wert. Die beschädigte, muschelartige Skulptur, die keinen Namen trägt, sei ihr Lieblingsstück gewesen, erzählt Renate Hofer, zwei Wochen habe sie daran gearbeitet. Fotos davon zieren die Flyer zur Ausstellung und ihre Internetseite. Reparatur unmöglich. Bereits einen Tag vor Beginn der Ausstellung haben Unbekannte zwei Stühle beschädigt, einer davon musste ausgemustert werden. Dabei wird der Schlossgarten nachts abgeschlossen.

Letzter Schultag, Flaschen am Boden: Die Künstlerin vermutet Jugendliche hinter der Tat, die "ihren Frust rauslassen". Die Stadt überlege mittlerweile bei jeder Aktion, wie die Werke geschützt werden könnten, sagt Brüderl vom Kulturbüro. "Wir versuchen, die Stadt zu bereichern", aber manches sei aus Angst vor Zerstörung nicht mehr möglich. Auch Renate Hofer kommt ins Grübeln: "Da überlegt man sich, ob man überhaupt noch etwas öffentlich machen soll." Im Schlossgarten, sagt sie, jedenfalls ganz bestimmt nicht mehr.

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Quelle:
SZ vom 31.07.2021
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