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Beaver Coffee:Ein Café, das sich auf das Wesentliche konzentriert

Im Beaver Coffee sucht vergeblich, wer sich eine üppige Frühstückskarte erhofft. Dafür bekommt man in dem Lokal im Westend wirklich guten Kaffee - und seine Ruhe.

Von Jacqueline Lang

Zu behaupten, das Westend sei im Kommen, ist Unsinn. Denn auch wenn dort die Dichte an Bars und Cafés vielleicht noch etwas geringer ist als in anderen Teilen der Stadt, so wissen Kenner doch längst, dass sich ein Besuch des Viertel jenseits der Theresienwiese lohnt. Gründe, das Westend auch dann aufzusuchen, wenn man nicht dort wohnt, gibt es nämlich schon seit einiger Zeit eine Menge. Noch ein Grund mehr ist Anfang des Jahres hinzugekommen: das Beaver Coffee.

Schon rein optisch ist das Café in der Gollierstraße ein Hingucker. Das In­te­ri­eur ist schlicht und schön: Der breite Tresen in der Mitte des Raums ist holzvertäfelt, die großen Fenster lassen viel Licht herein, die Wände sind teilweise unverputzt und von der Decke hängen schwarze Pendelleuchten. Mittlerweile setzen zwar immer mehr Locations auf Industrial-Chic, doch im Beaver Coffee wirkt das Bild stimmig.

Aber nicht nur bei der Einrichtung hat sich Betreiber Serdar Sen dem Minimalismus verschrieben. Wer hofft, pochierte Eier, Avocadotoast und Franzbrötchen auf der Speisekarte zu finden, wird enttäuscht sein. Im Beaver Coffee konzentriert man sich lieber auf das Wesentliche und das ist, ja genau: Kaffee.

Was gibt es hier und was kostet es?

Lieber die leichte oder die Medium-Röstung? Mit normaler Milch oder lieber mit Hafer- oder laktosefreier Milch? Wenn man im Beaver Coffee einen Kaffee bestellt, muss man erst einmal ein paar Fragen beantworten. Die Auwahl hat man etwa zwischen Espresso (2 Euro), einem einfachen oder einem doppelten Cappuccino (2,80 oder 3,80 Euro), einem Cortado (3,20 Euro) oder einem Flat White (3,60 Euro). Natürlich gibt es auch Filterkaffee (3,80 Euro), bei dem man ebenfalls die Wahl zwischen zwei unterschiedlichen Bohnen hat.

Besonders zu empfehlen ist aber eine Tasse Mokka (3,80 Euro), alleine schon wegen der Zubereitung in einem kupferfarbenen Kännchen, das auf Türkisch Ibrik heißt. Hinein kommen extrafein gemahlene Kaffeebohnen und Osmosewasser, beides wird einige Minuten erhitzt und dann in eine kleine Tasse gefüllt. Das Getränk riecht weniger stark als Kaffee und leicht erdig. Aber Achtung: Nicht sofort trinken, der Kaffeesatz muss sich erst absetzen.

Ähnlich wie beim Kaffee ist es aber auch bei der Teezubereitung nicht damit getan, dass ein Teebeutel in heißes Wasser getaucht wird. Stattdessen wird der wahlweise grüne oder schwarze Tee (3,60 Euro) wie Filterkaffee in kreisenden Bewegungen mit heißem Wasser übergossen und in kleinen Glaskännchen serviert.

Wer es lieber süß mag, kann sich eine heiße Schokolade bestellen oder etwa eine Lemonaid (je 2,80 Euro). Und jetzt, wo es noch warm ist, gibt es übrigens auch Cold Brew Tonic und Iced Cappuccino (je 3,80 Euro).

Zu all dem passt am besten eine der süßen Kleinigkeiten, die in der Glasvitrine zu finden sind. Wie wäre es etwa mit einem Florentiner (2,20 Euro), wahlweise mit dunkler oder weißer Schokolade?

Wer geht da hin und wie lange bleibt man?

Das Beaver Coffee ist neben dem Bean Batter in der Schwanthalerstraße und dem ebenfalls in der Gollierstraße gelegenen Emilio wohl die Adresse für alle, für die Kaffee nicht nur ein Wachmacher, sondern eine Leidenschaft ist.

Auf den ersten Blick würde man vielleicht vermuten, dass in dem Café lauter hippe, junge Leute an ihren Laptops hocken und dabei wahnsinnig wichtig aussehen. Doch weil es kein Wlan gibt, aber auch kein lauter Gute-Laune-Elektro läuft, kann man im Beaver Coffee wunderbar bei einer Tasse Kaffee die Zeit vergessen - alleine und zu zweit.

Beaver Coffee, Gollierstraße 30, 80339 München, Montag bis Samstag 8.30 Uhr bis 17 Uhr, facebook.com/beavercoffeemunich

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