Süddeutsche Zeitung

Stadtwerke München:Fernwärme-Kunden dürfen hoffen

Die Preise sollen von Januar an weniger stark steigen als bisher. Ein Grund dafür ist der Ausbau der Geothermie.

Fernwärme-Kunden der Stadtwerke München (SWM) können zum 1. Januar 2023 darauf hoffen, dass die Preise weniger stark steigen als zuletzt, als innerhalb eines Jahres ein Anstieg um 116 Prozent erfolgte. In einer Antwort auf eine Anfrage der Linken-Fraktion im Rathaus teilen die SWM mit, dass das Gewicht fossiler Energieträger wie Erdgas, Heizöl und Kohle bei der Berechnung des Fernwärmepreises "entsprechend deutlich reduziert" wird. Künftig geht in die Formel auch der Einsatz der Geothermie sowie die Verbrennung von Müll und Klärschlamm ein, was preisdämpfend sein könnte.

Eine deutliche Entlastung der Verbraucher ist aber eher nicht zu erwarten. "Perspektivisch könnte der Ausbau der Geothermie zu einer Stabilisierung, aber nicht zwingend zu einer Reduzierung der Fernwärmepreise beitragen", so die SWM. Erdgas und Steinkohle seien die Primärenergieträger bei der Produktion von Fernwärme. Der Anteil erneuerbarer Energien (Geothermie und thermische Verwertung) lag im vorigen Jahr bei etwa 15 Prozent, soll aber bis in die 2030er-Jahre auf bis zu 70 Prozent steigen. Fernwärmekunden haben die neuen Verträge bereits Ende März erhalten.

Neu ist zudem, dass die Preise sowie ihre Berechnung auf der SWM-Internetseite zu finden sind. Außerdem haben die Stadtwerke einen Unterstützungsfonds mit einem Volumen von 20 Millionen Euro aufgelegt, um Menschen mit geringem Einkommen dabei zu helfen, die gestiegenen Energiekosten zu bewältigen. Die Rahmenbedingungen für die Gewährung der Unterstützung werden derzeit erarbeitet.

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