Süddeutsche Zeitung

Verkehr in München:Baustelle am U-Bahnhof Sendlinger Tor erreicht erstes Etappenziel

Nach drei Jahren Arbeit wird dort der erste Erweiterungsbau freigegeben - dafür beginnt eine weitere große Etappe des Umbaus. Worauf sich Fahrgäste nun einstellen müssen.

Von Andreas Schubert

Aktuell halten sich die Fahrgastströme in Grenzen, in normalen Zeiten aber nutzen rund 150 000 Passagiere den U-Bahnhof Sendlinger Tor - und das täglich. Künftig werden es wohl noch deutlich mehr sein. Um den Bahnhof für die Zukunft zu rüsten, bauen ihn die Stadtwerke (SWM) um und erweitern ihn um 3000 Quadratmeter. Es ist eine der größten Baustellen der Stadt - und auch eine der aufwendigsten, da der Umbau bei laufendem Betrieb geschieht und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) die Einschränkungen so gering wie möglich halten will. Doch damit werden die Pendler noch eine Weile leben müssen.

Bis alles fertig ist, dauert es voraussichtlich noch drei Jahre. Eine wichtige Etappe haben die SWM nach drei Jahren Bauzeit nun immerhin geschafft: Am Donnerstag öffnen sie das neue Erweiterungsbauwerk unter dem Sendlinger-Tor-Platz. Mit diesem Erweiterungsbau gibt es nun eine neue Verbindung zwischen der Bahnsteigebene der U 1 und U 2 und dem Zwischengeschoss. Dieser sogenannte Querschlag befindet sich am nordwestlichen Ende der beiden Bahnsteigröhren. In dem Neubau sind neben den Treppenanlagen für die Fahrgäste auch Betriebs- und Technikräume untergebracht.

Die Fertigstellung des zweiten Erweiterungsbauwerks an der Blumenstraße ist für 2023 geplant, dann soll auch das Gesamtprojekt abgeschlossen werden. Der Neubau an der Blumenstraße wird zusätzliche Wege von der U 1 und U 2 direkt zur Oberfläche bieten und ebenfalls dazu beitragen, die Fahrgastströme im U-Bahnhof zu entzerren.

Die ersten Wandverkleidungen leuchten bereits in hellem Gelb. Trotz der Modernisierung behalten die Bahnsteigebenen ihr ursprüngliches Farbkonzept: Gelb bleibt die untere Ebene der U 1 und U 2, blau die Ebene der U 3 und U 6. Die Decke im Zwischengeschoss wird schwarz.

Doch zunächst beginnt eine weitere große Etappe des Umbaus. Im Zentralbereich schaffen die SWM mehr Platz und ersetzen eine tragende Wand durch Säulen. Dadurch vergrößert sich am Ende der gesamte Durchgangsbereich. Der Umbau des zentralen Umsteigebereichs ist nach Angaben der MVG das "Herzstück" der Entlastungsmaßnahmen. Auf beiden Seiten des Bahnsteigs der Linien U 1/U 2 wird jeweils eine Treppe um 180 Grad gedreht und um eine zusätzliche vierte Treppe ergänzt. Die Laufrichtungen der Rolltreppen werden so gewählt, dass sich die Fußwege der Fahrgäste bestmöglich verteilen. So sollen Staus und Querungen auf beiden Bahnsteigebenen weitgehend vermieden werden.

Die Passagiere müssen bis Mitte nächsten Jahres Umwege in Kauf nehmen, weil sie teilweise über das neue Erweiterungsbauwerk umgeleitet werden. Das bedeutet natürlich auch längere Reisezeiten. Fahrgäste, die am Sendlinger Tor aus der U 1 oder U 2 aussteigen, gelangen von Donnerstag an über den Neubau ins Zwischengeschoss.

Auch Umsteiger zur U 3 und U 6 müssen zunächst zum Zwischengeschoss hoch und von dort aus dann wieder hinunter zum Bahnsteig fahren. Der direkte Umstieg von der U 1/U 2 zur U 3/U 6 ist vorerst nicht mehr möglich. Umgekehrt geht es allerdings schon, hier gilt auf den Treppen eine Einbahn-Regelung. Die U 1 und U 2 bleiben zudem über den Zentralbereich direkt erreichbar. Für Fahrgäste, die auf einen Aufzug angewiesen sind, ändert sich nichts. Sie gelangen wie bisher über die zentralen Lifte zum Zwischengeschoss und dann über den östlich gelegenen Aufzug zur U 3/U 6.

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SZ vom 29.04.2020/kafe
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