Süddeutsche Zeitung

Sendling-Westpark:Bezirksausschuss über Stillstand beunruhigt

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Das Alten- und Pflegeheim St. Josef am Luise-Kiesselbach-Platz muss dringend saniert werden - nur geht dabei nichts voran. Offenbar geht es um Denkmalschutz. Doch Politiker im Stadtviertel wollen das nicht länger hinnehmen.

Von Jürgen Wolfram

Mit seinen beiden Glockentürmen gehört es zu den Wahrzeichen des Münchner Südwestens, mit seinen 242 Plätzen zu den größten Sozialeinrichtungen der Stadt: das Alten- und Pflegeheim St. Josef am Luise-Kiesselbach-Platz. Seit mehr als fünf Jahren steht fest, dass der mächtige Bau im Stadtbezirk Sendling-Westpark einer Grundsanierung bedarf. Doch es geht nichts voran. Das beunruhigt besonders stark den Bezirksausschuss.

Das Heim, errichtet in den 1920er-Jahren, wirbt mit dem Motto "Selbständig leben - mit Sicherheit". Inzwischen befinde es sich jedoch in einem "relativ schlechten Zustand", überdies würden dringend Wohnungen für Pflegekräfte sowie eine bessere Zufahrt gebraucht. Auch bei den Plätzen für Senioren sei "Not am Mann", hieß es jetzt in der Stadtteilvertretung.

Die Lokalpolitiker wollen den "Stillstand" nicht länger hinnehmen. Um das Projekt wiederzubeleben, müsse nun wenigstens der Bezirksausschuss "massiv einsteigen" und "Dampf machen", forderte CSU-Fraktionssprecher Alfred Nagel unter breiter Zustimmung. Die bisher bekannte Planung werde erkennbar nicht eingehalten, und transparent seien die Vorgänge um die Münchenstift-Einrichtung schon lang nicht mehr. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, will eine Delegation der Lokalpolitiker demnächst bei der Münchner Sozialreferentin Dorothee Schiwy (SPD) vorsprechen.

Das Sozialreferat spricht von einem "äußerst schwierigen Abstimmungsprozess"

Warum in Sachen St. Josef "niemand anschiebt", darüber konnten die Mitglieder des BA Sendling-Westpark einstweilen nur spekulieren. Als gesichert gilt ihnen immerhin die Erkenntnis, dass sich die an der Planung beteiligten städtischen Referate sowie eine Projektgesellschaft nicht einig seien, wie sie mit den Herausforderungen des Denkmalschutzes umgehen sollen.

Die städtische Gesellschaft MRG (Münchner Raum-Entwicklungsgesellschaft) ist nach Darstellung des Sozialreferats mit den weiteren Planungen beauftragt worden, weil "dieses Bauvorhaben sowohl die personellen wie fachlichen Kapazitäten von Münchenstift und Referat übersteigt". Die MRG sei auf Sanierungen von denkmalgeschützten Gebäuden spezialisiert, heißt es in der Stellungnahme weiter.

Eingeräumt wird, dass man sich in einem "äußerst schwierigen Abstimmungsprozess" befinde. Doch solche "Zwistigkeiten" dürften nicht dazu führen, dass eines der wichtigsten Vorhaben im Viertel dauerhaft auf Eis gelegt werde, betont der BA Sendling-Westpark.

So viel steht immerhin fest: Das Haus soll in mehreren Bauabschnitten modernisiert werden. Vorgesehen ist ferner der Ausbau des Dachgeschosses. Das jedenfalls entspricht einer der letzten offiziellen Durchsagen zum Thema, und die ist auch schon wieder fast zwei Jahre alt.

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