Süddeutsche Zeitung

Anliegen der Bürger:Versperrter Zugang zur S-Bahn

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Bei der Bürgerversammlung in Haidhausen geht es um viele Verkehrsthemen - von den Bauarbeiten am Bahnhof Rosenheimer Platz bis zur Beruhigung der Balanstraße.

Von Patrik Stäbler

Seinem Ärger hat der Schmierfink mit nur drei Worten Luft gemacht. "Arbeiten! Nicht schlafen!" ist mit Filzstift auf das Plakat gekritzelt - offenkundig an die Adresse der Deutschen Bahn gerichtet, die hier in der Balanstraße an dem mit Planen verhängten Metallzaun über die Sperrung des Zugangs zum S-Bahnhof Rosenheimer Platz informiert. Grund seien Bauarbeiten, heißt es auf dem Plakat. Sie stehen in Zusammenhang mit der Modernisierung des Bahnhofs und sollten eigentlich schon zum Jahreswechsel abgeschlossen sein. Doch bis heute sind die Treppen hinab ins Zwischengeschoss an der Balanstraße und vis-à-vis an der Weißenburger Straße gesperrt, was viele S-Bahn-Fahrer zu einem Umweg zwingt.

"Es ist eine Unverschämtheit, dass die Bahn uns diesen Zugang seit mehr als einem Jahr versperrt!", polterte nun auch ein Anwohner bei der Bürgerversammlung des Stadtteils - und erntete dafür Applaus der gut 150 Anwesenden im Hofbräukeller. Sein Antrag, wonach die Stadt eine Wiederöffnung der Zugänge fordern solle, wurde einstimmig angenommen. Ebenfalls deutliche Mehrheiten erhielt das Gros der weit über zwanzig Anliegen, die nach den Vorträgen von SPD-Stadträtin Anne Hübner und dem Chef des Bezirksausschusses Au-Haidhausen (BA), Jörg Spengler (Grüne), aus der Bürgerschaft vorgebracht wurden. Ein Großteil von ihnen drehte sich um den Verkehr im Viertel, der vielen offenbar nicht nur viel Zeit, sondern auch Nerven raubt.

Gleich drei Anträge, die alle befürwortet wurden, zielten auf eine Beruhigung der Balanstraße zwischen Rosenheimer Platz und Pariser Straße ab. Ob der Wunsch nach einer Einbahn- oder einer Fahrradstraße jedoch Gehör finden wird, darf bezweifelt werden - schließlich müht sich der BA hier schon seit Jahren vergeblich. Jüngeren Ursprungs sind Überlegungen der grün-roten Rathaus-Koalition, den südlicheren Teil der Balanstraße vor dem V-Markt zur Einbahnstraße zu machen, um mehr Platz für den Radverkehr zu schaffen. Von dieser Idee hielten die Besucher der Bürgerversammlung indes wenig: Einem Antrag gegen die Pläne stimmten sie mit großer Mehrheit zu.

Die Anwesenden sprachen sich im Verlauf für eine Aufhübschung samt Verkehrsberuhigung des Max-Weber-Platzes aus, für verstärkte Sicherheitsmaßnahmen an der Postwiese und für Warnschilder zum Taubenfütterverbot am Weißenburger Platz - alles Themen, mit denen sich nun der BA zu beschäftigen hat. Ebenso wie mit den gesperrten Zugängen zum S-Bahnhof Rosenheimer Platz. Verantwortlich für die Verzögerungen bei der dortigen Baustelle seien der Ausfall von Firmen infolge der Pandemie sowie "allgemein bestehende Lieferengpässe" gewesen, teilt ein Bahnsprecher mit. Ihm zufolge sollen die Arbeiten noch dieses Jahr fertig werden - jedoch sind die Behinderungen am Bahnhof danach noch lange nicht vorbei. Denn im Anschluss folgt bis voraussichtlich Herbst 2023 die Sanierung des westlichen Teils des Zwischengeschosses, wofür die Zugänge in der Rosenheimer Straße und der Franziskanerstraße gesperrt werden. Von 2023 bis 2025 stehen dann noch Sanierungsarbeiten auf der anderen Seite des Bahnhofs an, also an den Aufgängen am Gasteig und am Motorama.

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