Süddeutsche Zeitung

Integration:Anderen Migranten Gesundheitsthemen vermitteln

Bisher gibt es im Landkreis nur eine "Mimi"-Mediatorin. Sie informiert zum Beispiel darüber, dass Leitungswasser trinkbar ist

"Mimi" nennt sich das Projekt, mit dem Migranten und Migrantinnen geschult werden, damit diese wiederum als Mediatoren anderen Migranten in der jeweiligen Sprache Gesundheitsthemen vermitteln können. Susanne Bauer, Geschäftsführerin der Gesundheitsregion plus im Landkreis Freising, ging darauf in ihrem Zwischenbericht zu den Tätigkeiten ihrer Organisation im Ausschuss für demografische und soziale Fragen des Kreistags ein. Die einzige "Mimi-Mediatorin, die es derzeit im Landkreis Freising gibt, hat in diesem Jahr beim Verein 'Hilfe von Mensch zu Mensch' einen Vortrag über gesunde Ernährung gehalten."

Das Gesundheitsprojekt "Mit Migranten für Migranten" - so heißt "Mimi" voll ausgeschrieben - gehört zum Arbeitsbereich "Gesundheit und Integration" der Gesundheitsregion. Susanne Bauer betonte, dass der Vortrag auf Deutsch gehalten, gleichzeitig aber auf Türkisch, Arabisch und Englisch übersetzt wurde. Die Mimi-Mediatorin kommt aus Moosburg. Unter anderem, erzählte Susanne Bauer, vermittelte sie ihren Zuhörern, dass in Deutschland das Wasser, das aus der Leitung fließt, durchaus trinkbar ist. Das ist in den Herkunftsländern vieler Migranten nicht so. Diese schleppten nach ihrer Ankunft im Landkreis immer noch Wasser in Kanistern herbei. Susanne Bauer erklärte, sie sei auf der Suche nach weiteren Gesundheitsmediatoren. "Eine tolle Geschichte", lobte Johannes Becher (Grüne) das Projekt.

Zuvor hatte Susanne Bauer einen Überblick über die Aktivitäten in der Gesundheitsregion plus gegeben. Dieser gehört der Landkreis Freising seit 2017 an. Hauptziel der Gesundheitsregion plus ist es, regionale Netzwerke zur Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung und der Optimierung der Gesundheitsversorgung zu schaffen. Die Laufzeit der ersten Förderperiode für den Landkreis endet Ende des kommenden Jahres. Dann muss ein neuer Antrag gestellt werden. Der Landtag hat bereits für weitere fünf Jahre Fördergeld für die Gesundheitsregionen in Bayern in seinen Haushalt eingestellt.

Neben "Mimi" arbeitet die Gesundheitsregion an weiteren Projekten, wie etwa an einer unabhängigen Pflegeberatung im Landratsamt. Eine Hebammensprechstunde für Frauen, die kurz vor der Entbindung stehen, wurde eingerichtet und zwei neue Entbindungsbetten für den Kreißsaal angeschafft. Die Arbeitsgruppe "Demografie" hat 2018 Seniorengesundheitstage und 2019 eine Freisinger Demenzwoche veranstaltet. Der Arbeitsbereich "Selbsthilfe" veranstaltete zwei Vernetzungstreffen für die entsprechenden Gruppen. 2020 soll es wie in diesem Jahr wieder einen Treffpunkt "Selbsthilfe" geben. Eine Plattform dazu ist auf der Homepage der Gesundheitsregion plus in Arbeit. 2020 steht eine Aktualisierung der regionalen Gesundheitsindikatoren an. Mit diesen Daten können Landkreise miteinander verglichen werden. "Ich bin schon gespannt", sagte Susanne Bauer mit Blick auf vorhandene Daten, "ob sich was signifikant verändert hat."

Ein Gesundheitsforum findet am Montag, 2. Dezember, statt. Dabei geht es unter anderem um die Vorstellung der Versorgungssituation im Landkreis Freising durch eine Mitarbeiterin der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns. Im März 2020 ist die Ausstellung "Only human" im Freisinger Landratsamt geplant. Ebenfalls im März wird der zweite Treffpunkt "Selbsthilfe" stattfinden. Die zweite Freisinger Demenzwoche ist dann für September geplant. Die Gesundheitsregion plus im Landkreis Freising arbeitet zudem an der Umsetzung des Jahresschwerpunktthemas "Herzinfarkt".

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Quelle:
SZ vom 18.11.2019
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