Süddeutsche Zeitung

Bekanntgabe der Euward9-Preisträger:Euward-Jury vergibt drei Preise

Der Europäische Kunstpreis für Malerei und Grafik im Kontext geistiger Behinderung, vergeben von der Augustinum-Stiftung, genießt weltweite Anerkennung.

Von Sabine Reithmaier, München

Alle drei Jahre vergibt die Augustinum-Stiftung den Europäischen Kunstpreis für Malerei und Grafik im Kontext geistiger Behinderung (Euward). Jetzt stehen die diesjährigen Preisträger fest: Samaneh Atef, Desmond Tjon A Koy und Belén Sánchez. Erst auf der Vernissage am 16. Mai 2024 im Haus der Kunst, die zugleich die offizielle Preisverleihung ist, wird bekanntgegeben, wer den ersten, zweiten und dritten Platz einnimmt.

Der Euward, der seit dem Jahr 2000 an Künstler mit kognitiven Einschränkungen verliehen wird, genießt ein weltweites Ansehen, ist er doch die einzige europaweit gültige Auszeichnung von zeitgenössischen, geistig behinderten Künstlern. Sein internationales Renommee zeigt sich auch an der Zahl der Bewerber: 240 Künstler und Künstlerinnen aus 25 Ländern hatten in diesem Jahr ihre Arbeiten eingereicht. Daraus stellte das Euward-Kuratorium eine Shortlist mit 19 Kandidaten zusammen, aus der eine ebenfalls international besetzte Jury am vergangenen Samstag die drei Preisträger bestimmte.

Die Werke der drei Gewinner werden im Sommer 2024 im Haus der Kunst ausgestellt

Die autodidaktische Außenseiterkünstlerin Samaneh Atef, 1989 im Iran geboren und in Lyon lebend, erzählt in ihren Feder- und Tuschezeichnungen die Geschichte der Frau von der Lebensspenderin bis zur Gefangenen, von der gefeierten Gebärerin und Heilerin bis zum Sündenbock. Ihr Preisträger-Kollege Desmond Tjon A Koy, 1993 geboren in Amsterdam, ist ghanaisch-surinamischer Abstammung. Er arbeitet mit Bleistift und Fineliner an Themen, die mit der Kultur schwarzer Völker, Religionsgeschichte und Musik zu tun haben. In jüngster Zeit beschäftigt sich sein Werk verstärkt mit der Geschichte und dem Freiheitskampf der People of Colour.

Die dritte Künstlerin ist Belén Sánchez, geboren 1972 in Madrid, ist seit 2008 Mitglied des Studio Debajo del Sombrero. Im Mittelpunkt ihrer Zeichnungen, Collagen, Skulpturen und Filme steht ihr eigener Körper, mit dem sie Geschichten von Aggression und Heilung erzählt. Als Performerin schlüpft sie sowohl in die Rolle des Bösen als auch des Guten, wandert durch Abgründe der Gewalt, löst aber die moralischen Konflikte stets positiv auf.

Die Werke der drei Künstler werden von 17. Mai bis 14. Juli 2024 im Haus der Kunst zu sehen sein. Neben der monografischen Ausstellung werden sie mit Geldpreisen sowie einem Katalog im Gesamtwert von rund 25000 Euro gefördert.

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