Süddeutsche Zeitung

Corona im Landkreis:Impf-Sonderaktion am Samstag

1000 Dosen Astra Zeneca stehen für Menschen ab 18 Jahren am Ebersberger Volksfestplatz bereit. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Impfpriorisierung egal, sagt der Koordinierungsarzt des Landkreises Marc Block.

Von Johanna Feckl

Als Marc Block am Mittwochnachmittag nach einem Besuch am Ebersberger Volksfestplatz wieder in seinem Auto sitzt, ist ihm seine Begeisterung anzuhören. "Alle ziehen am gleichen Strang", sagt der Zornedinger Hausarzt und Koordinierungsarzt der niedergelassenen Arztpraxen im Kreis am Telefon. "Es ist eine große Freude, das zu sehen!" Ein Team des Ebersberger Bauhofs steckte bereits mitten in den Vorbereitungen, um die Volksfesthalle in ein provisorisches Impfzentrum zu verwandeln: Am Samstag werden dort, wo für gewöhnlich im Sommer viele Arme Masskrüge in die Höhe stemmen, viele Arme für Impfungen mit dem Vakzin Astra Zeneca blank gezogen - so hofft es zumindest Marc Block, der die Impf-Sonderkation organisiert hat. 1000 Dosen des Impfstoffs und ein Team an medizinischem Personal stehen von acht bis 20 Uhr für alle Impfwilligen ab 18 Jahren bereit. Interessierte können ohne vorherige Anmeldung vorbeikommen, die jeweilige Impf-Priorisierung spielt keine Rolle.

Dass die Aktion zustande kam, hat mehrere Gründe. "Unser Impfzentrum und die Arztpraxen führen lange Listen von Impfwilligen ", erklärt Block. Das führe zum einen dazu, dass selbst Menschen ohne Impfstoff-Präferenzen oft lange auf einen Termin warten müssten. Zum anderen seien Praxen mittlerweile überwiegend mit Themen rund ums Impfen gegen Corona beschäftigt - andere Belange würden in den Hintergrund geraten. Hinzu komme, dass Praxen meistens zunächst ihre eigenen Patienten und Patientinnen impfen - wer also keinen Hausarzt hat, der hat erst einmal Pech gehabt. Und zuletzt fehle bei einigen Impfwilligen die technische Affinität, um sich online beim Impfportal zu registrieren. "Deshalb schaffen wir am Samstag ein zusätzliches und sehr niederschwelliges Impfangebot", sagt Block.

Aber besteht nicht die Sorge, dass das provisorische Impfzentrum überrannt wird? "Nein, eigentlich nicht", sagt Block. Das angebotene Zeitfenster von zwölf Stunden sei zwar groß, trotzdem könne es sein, dass manch einer zwei Stunden warten müsse. "Aber woanders muss er acht Wochen auf seine Impfung warten." Um den Ablauf zu erleichtern, sei es jedoch empfehlenswert, den für die Impfung notwendigen Aufklärungsbogen sowie die Einwilligungserklärung ausgefüllt mitzubringen, Die Unterlagen können über die Homepage des Landratsamts heruntergeladen werden. Daneben werden die Krankenkassenkarte und ein gültiger Personalausweis oder Reisepass benötigt sowie der Impfpass, sofern vorhanden. Ein Aufklärungsgespräch vor Ort findet in jedem Fall statt.

Der Zeitplan für die Aktion war straff, es musste alles recht schnell gehen mit der Organisation. "Die Sommerferien stehen ja bald vor der Türe", so Block. Es ist anzunehmen, dass viele Menschen ihren Urlaub kein zweites Mal im heimischen Garten, zwischen Wäscheständer und Lampignons auf dem Balkon oder am See um die Ecke verbringen wollen - die Ferne ruft. <NM> Denn wenn der Impfschutz idealerweise vor den Sommerferien vollständig gewährleistet sein soll, zwischen Erst- und Zweitimpfung aber ein gewisser zeitlicher Abstand gewahrt werden muss, dann kommt Block zufolge eigentlich nur der bevorstehende Samstag als Aktionstag in Frage. Die Ständige Impfkommission empfiehlt bei Astra Zeneca einen Zeitraum von zwölf Wochen zwischen den Spritzen.

Die 1000 Dosen, die am Samstag verimpft werden sollen, entstammen aus einer zusätzlichen Impfstoff-Lieferung. Warum ausgerechnet dieses Vakzin? "Astra Zeneca ist im Moment wesentlich leichter zu bekommen", erklärt Block. Fünf Teams bestehend aus einem Arzt oder einer Ärztin sowie einem oder zwei medizinisch-technischen Fachkräften sind für die Impfungen zuständig. Nach drei Stunden endet eine Schicht und fünf neue Teams beginnen ihre Arbeit, insgesamt werden also gut 60 Menschen im Einsatz sein - alle Beteiligten verrichten ihren Dienst übrigens in ihrer Freizeit. Ob sich genügend Freiwillige gemeldet haben, um alle Schichten ausreichend zu besetzen, konnte Block am Mittwochnachmittag noch nicht abschließend sagen. "Ich habe heute aber schon sehr viele Zusagen bekommen und bin optimistisch, dass uns keine Leute fehlen werden."

Neben den impfenden Ärztinnen und Ärzten und den assistierenden Fachkräften sind auch Teams der Freiwilligen Feuerwehr Ebersberg als Platzanweiser sowie des Bayerischen Roten Kreuz aus Ebersberg im Einsatz. "Wir werden über den gesamten Tag mit mindestens zwei Sanitätern unsere mobile Sanitätswache besetzen", sagt Günter Obergrusberger, Bereitschaftsleiter des Ebersberger BRK-Teams. Daneben gibt es Unterstützung vom Ärztlichen Kreisverband Ebersberg, der Stadt Ebersberg bei den Auf- und Abbauten sowie vom Landratsamt. "Entscheidend in der jetzigen Phase der Pandemie ist, dass möglichst viele Menschen, die sich impfen lassen wollen, eine Impfung erhalten", teilt eine Sprecherin aus dem Landratsamt mit. "Jede Spritze zählt."

Die Impf-Aktion findet statt am Samstag, 15. Mai, von acht bis 20 Uhr am Ebersberger Volksfestplatz für Impfwillige ab 18 Jahren. Die benötigten Unterlagen zur Impfung gibt es online unter lra-ebe.de/aktuelles/informationen-zum-corona-virus/gernimpfzentrum/ zum Download.

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