Süddeutsche Zeitung

Kirchseeon:Neuer Anstrich für das JEK

Der Markt Kirchseeon will sein Jugendzentrum in Eglharting komplett sanieren. Auch der Nachwuchs selbst soll mithelfen

Von Andreas Junkmann, Kirchseeon

Wenn die Corona-Pandemie hoffentlich irgendwann vorbei ist, dann haben die Jugendlichen in Kirchseeon und Eglharting gleich doppelt Grund zur Freude: Nicht nur, weil sie dann ihre Freunde wieder treffen dürfen, sie können das sogar in einem frisch renovierten Jugendzentrum tun. Denn der Marktgemeinderat hat bei seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen, die Räume des Jugendzentrums-Eglharting-Kirchseeon, kurz JEK, umfassend zu sanieren. Wenn alle Vorarbeiten erledigt sind, sollen schließlich auch die Jugendlichen selbst Hand anlegen und den neuen Treffpunkt nach ihren Wünschen gestalten.

Mittlerweile ist es 15 Jahre her, seit die Räume des JEK im Eglhartinger Westring zuletzt auf Vordermann gebracht worden sind. Entsprechend heruntergekommen ist der Jugendtreff inzwischen - oder, wie Rainer Schott, Leiter der Abteilung Soziales, Kinder, Senioren im Kirchseeoner Rathaus, in der Sitzung sagte: "Das JEK ist nicht mehr attraktiv für die Jugendlichen." Viele hätten den Treffpunkt deshalb bereits vor der Pandemie gemieden. Das soll sich nach Corona aber wieder ändern, die Gemeinde will das JEK wieder zu einer echten Begegnungsstätte machen.

Ein Konzept dafür hat die Verwaltung bereits ausgearbeitet. So sollen an den Wänden frische Farben für ein angenehmes Ambiente sorgen, wie Sigrid Weidlich vom Technischen Bauamt erklärte. Für den Bühnenbereich sollen die Jugendlichen gemeinsam ein Thema erarbeiten. Die Küche und die Bar werden zu diesem Zeitpunkt bereits renoviert sein. Auch die Bühne selbst soll komplett erneuert werden, eine Sanierung lohne sich Weidlich zufolge nicht. Als Sitzmöglichkeiten sind Palettenmöbel angedacht, die die Jugendlichen im Rahmen eines Workshops selbst herstellen sollen, wie Rainer Schott sagte.

Wenn alles neu gestaltet ist, soll das JEK mehr sein, als ein reines Jugendzentrum. "Wir haben auch unsere Vereine im Blick", sagte Bürgermeister Jan Paeplow (CSU). Diese sollen die Räume ebenfalls für ihre Arbeit nutzen können. Denkbar sei auch, eine Art Schülercafé für die Eglhartinger Schulkinder einzurichten. In jedem Fall will zunächst die Gemeinde selbst die Betreuung des JEK übernehmen, dazu wird nun ein entsprechender Mitarbeiter gesucht. Wenn schließlich alles laufe, sei auch eine Selbstverwaltung durch den Kirchseeoner und Eglhartinger Nachwuchs denkbar, so Rainer Schott.

Bis es soweit ist, müssen allerdings erst die umfassenden Sanierungsmaßnahmen abgeschlossen sein - und die sind nicht ganz billig. Laut Rathausverwaltung belaufen sich die Kosten für das aktuelle Konzept auf rund 46 500 Euro. Das sei zwar viel Geld, man wolle aber was für die Jugend tun, erklärte Bürgermeister Paeplow. Schließlich sei es der Nachwuchs, der mit am meisten unter Corona leide. "Was das Leben der Jugend ausmacht, ist weitestgehend gar nicht mehr vorhanden", so der Rathauschef. Deshalb sei eine Sanierung des JEK dringend geboten, um sofort nach der Pandemie wieder ein Angebot zu haben.

Dabei setzt man im Rathaus auch auf die Unterstützung aus der Bevölkerung. Das Ganze sei ein gemeinschaftliches Projekt, sagte der Bürgermeister. Deshalb hoffe man auch auf die Mithilfe der Bürger und wolle bei den ortsansässigen Firmen um Spenden bitten. Der Rathauschef ist überzeugt, dass man auf diese Weise "etwas Vernünftiges auf die Beine stellen" könne. Damit sich diese Hoffnung auch wirklich erfüllt, hatte Barbara Burgmayr-Weigt (CSU) noch eine Ergänzung: Wenn man das JEK schon saniere, solle man doch bitte auch an die Toiletten denken. Diese seien wahrlich "kein Aushängeschild". Eventuell, so die CSU-Gemeinderätin, könne man dafür ja Mittel im nächsten Haushalt einplanen.

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SZ vom 26.04.2021
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