Süddeutsche Zeitung

Dachau:Die Gastroszene kehrt in die Dachauer Altstadt zurück

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Zwei Neueröffnungen in nur wenigen Tagen: Das Café Zaunkönig und Dachaus einzige Diskothek Roxi sperren wieder auf. Bei zwei anderen Lokalen verzögert sich der Umbau noch.

Von Anna Schwarz, Dachau

Das Café Zaunkönig hat einen neuen Anstrich bekommen: Die bislang schwarzen Wände sind nun weiß und Lampen im Industriestil hängen von den Decken. Nach dem Umbau wirke das Lokal nun "cleaner und ruhiger", findet Andreas Friedlein. Ab sofort können sich auch seine Gäste davon überzeugen: Friedlein eröffnet sein Lokal an diesem Montag, 6. März, ganz offiziell. Erst im Januar hatte es die ehemalige Wirtin Claudia Augustin an ihn weitergegeben. Friedlein will vieles von ihrem Konzept beibehalten, unter anderem hat sie ihm die Rezepte für Zimtrollen und Kaiserschmarrn vererbt. Doch der 32-Jährige aus Gerlinden hat auch eigene Ideen. Und ein Blick in die Dachauer Gastroszene zeigt: Damit ist er nicht alleine. Gleich mehrere Neueröffnungen stehen an - wenn auch manche ein wenig später, als ursprünglich geplant.

Den Anfang hat am Wochenende Alexander Schmid gemacht. Der 34-jährige Dachauer hatte lange schon davon geträumt, als Wirt selbst etwas auf die Beine zu stellen. Vor kurzem hat er dann Dachaus einzige Diskothek, das Roxi in der Altstadt, von Matthias Schilcher übernommen. Und am Samstag war es dann endlich so weit: Schmid konnte die Wiedereröffnung feiern. Zuvor hat er kleine Details geändert, eine neue Lichtanlage bestellt und farbige Lichtelemente mit dem Roxi-Schriftzug an den Wänden montiert. Und noch etwas ist neu: Fortan will Schmid seinen Laden immer schon um 20 Uhr aufsperren, damit die Gäste gemütlich einen Cocktail trinken können, bevor sie dann im Club feiern.

Ein paar Sachen will auch Friedlein verändern, ein Frühstückslokal soll das Café Zaunkönig aber definitiv bleiben. Unter anderem bietet der 32-Jährige weiterhin klassische Frühstücksmenüs an, aber in Zukunft soll es eben auch Smoothiebowls geben. Den Mittagstisch will der junge Gastronom ausbauen und plant täglich drei Gerichte zu servieren, darunter Variationen an Flammkuchen, Salat und Pasta. Anders als bisher will er den Zaunkönig abends öffnen, dann soll der sich in eine Art Vinothek verwandeln, mit Weinen aus der Haimhauser "Weinwerkstatt" und kalten Snacks, wie Antipasti oder Olivenchips. Eine weitere Neuerung: In der Nische bei den Toiletten stehen fortan keine Tische mehr, sondern ein Pop-up-Store wird dort seinen Platz finden. Friedleins Schwiegermutter, Corinna Guttenthaler, präsentiert dort Vintagestücke ihrer Marke "Save the world - buy vintage", zu deutsch "Rette die Welt - kaufe Vintage".

Für Andreas Friedlein ist es das erste eigene Restaurant. Gastroerfahrung hat er aber schon zuhauf: Bislang war er Betriebsleiter der beiden Lokale "Martha Pizzarei" und "Bottles'n'Burgers" in Fürstenfeldbruck sowie des "Effe und Gold" in Dachau. In dieser Zeit habe er schon einen Blick auf das Café Zaunkönig geworfen, erzählt seine Frau Lisa Friedlein: "Er hat gesagt: Wenn das mal frei wird, übernehme ich das." Nun wird sein Traum wahr.

"Die Materialbeschaffung macht uns einen Strich durch die Rechnung"

Der neue Pächter des schräg gegenüberliegenden Burger-Restaurants "Effe und Gold" muss sich damit noch ein wenig gedulden: Das Lokal in der Altstadt ist seit einem halben Jahr geschlossen, mittlerweile hat Daniel Zull es nach rund zehn Jahren an Franz Panzner übergeben. Der will an der Speisekarte mit Burgern, Salaten und Steaks nicht viel ändern. Nur, wann es all das wieder geben wird, sei noch unklar, teilt Unternehmenssprecher Dietmar Petri auf Nachfrage mit. Man sei in den letzten Schritten der Umbaumaßnahmen. Allerdings habe man Probleme spezielle Handwerker zu bekommen, um etwa Brandschutzmaßnahmen umsetzen.

Einen Pächterwechsel gab es auch im ehemaligen Café Corso an der Martin-Huber-Treppe - und auch hier müssen sich die Dachauerinnen und Dachauer noch etwas gedulden: Marco Di Pasquale wollte dort im März sein Ristorante "Rossini" eröffnen, "aber das werden wir nicht mehr schaffen. Die Materialbeschaffung macht uns einen Strich durch die Rechnung", erzählt er am Telefon. Der Pizza-Holzofen sei zwar schon geliefert worden, einige neue Möbel würden aber noch auf sich warten lassen. Deshalb visiert Di Pasquale nun einen Eröffnungstermin nach Ostern an.

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