Süddeutsche Zeitung

Ausstellung in Ismaning:Trümmer und Träume

Düster, apokalyptisch und beunruhigend sind die Szenerien, die das Kallmann-Museum in Ismaning zeigt. Werke von vier Malern sind in der Ausstellung "Ecce Creatura" zu sehen.

Von Jürgen Moises

Was mit als erstes auf den Gemälden von Marcus Jansen auffällt sind ihre Protagonisten. Das können Kinder sein oder auch Tiere, die sich in oft düsteren, apokalyptischen Szenerien aufhalten. Sind sie primär als Opfer oder als Überlebende zu sehen?

Im letzten Fall glömme in den Ruinen und Trümmerlandschaften des amerikanischen Malers, der einen Teil seiner Jugend in Deutschland verbracht und hier Kunst und Gestaltung studiert hat, auch ein Funken Hoffnung. Ausgewählte Arbeiten von Jansen sind aktuell in der Ausstellung "Ecce Creatura" im Kallmann-Museum zu sehen, zusammen mit Werken von drei weiteren Malern: Ruprecht von Kaufmann, Rita de Muynck und Gérard Stricher.

In den USA wird Jansen, der von der Graffiti-Kunst beeinflusst ist, als "urbaner Expressionist" gehandelt. Und als einer der bedeutendsten aktuellen Maler. Auch die leuchtstarken, direkt aus der Tube gedrückten Farben auf den Bildern von Gérard Stricher erinnern an den Expressionismus. Die oft nur angedeuteten Fratzen auf den Gemälden des ehemaligen französischen Ingenieurs, der als Spätberufener zur Kunst fand, könnten aber auch Abkömmlinge der symbolistischen Bildwelt eines James Ensor sein.

Noch eine Spur unheimlicher wirken die Werke der Belgierin Rita de Muynck, die seit 1979 im oberbayerischen Schlehdorf lebt. Mensch und Tier erscheinen bei ihr als geschundene Kreaturen, der zerstörte Kopf auf "Up, Up & Away" erinnert an Francis Bacon. Was auf den Ruderer hinter der "Welle" auf Ruprecht von Kaufmanns gleichnamigem Bild wartet?

Dass man sich generell nicht über die Geschehnisse im Klaren ist, macht bei den Gemälden des in München geborenen Malers das Beunruhigende aus. Kreaturen gibt es auch hier sehr unterschiedliche zu sehen: Pferde, Haie, Rhinozerosse und nicht klassifizierbare Mischwesen.

Ecce Creatura, bis 23. April, Di. bis So., 14.30 bis 17 Uhr, Kallmann-Museum Ismaning Schloßstr. 3b, 089/9612948

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Quelle:
SZ EXTRA vom 23.02.2017/amm
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