Süddeutsche Zeitung

Allach/Untermenzing:Schwieriger Zugang

Am Allacher Friedhof fehlen Parkplätze. Und eine Brücke für Fußgänger über die Würm lehnt die Stadt ab

Von Anita Naujokat, Allach/Untermenzing

Die Allacher und Untermenzinger lassen beim leidigen Thema Parkplatzmangel am Friedhof in Allach nicht locker. Sie wollen erneut prüfen lassen, ob nicht der Schulparkplatz der Grundschule an der Eversbuschstraße 182 für Kirchen- und Friedhofsbesucher geöffnet werden kann. Die ersten Reaktionen darauf seien positiv gewesen. Doch jetzt heiße es, "der Hausmeister, die Verschmutzung, die Gefährdung von Kindern", berichtete die CSU-Stadträtin und Vorsitzende des Allach-Untermenzinger Bezirksausschusses (BA) Heike Kainz in der jüngsten Sitzung.

Dabei ließe sich diese Problematik mit einem Zaun bewältigen. Das hätte obendrein noch den Charme, ohne viel Aufwand eine Lösung zu haben, sagte Heike Kainz. "Wir werden nochmals den Antrag stellen." Auch die Bedenken, dass Fahrzeuge dann tagelang dort abgestellt würden, lässt die BA-Vorsitzende nicht gelten. Wenn Autos montags noch da stünden, dann müsse man sie eben rigoros abschleppen lassen. "Diese Einwände sind unmöglich." Zwar würde der Parkplatzmangel mit einer Öffnung des Schulparkplatzes nicht komplett behoben, aber es wäre eine "merkliche Verbesserung" geschaffen.

Von den ersten Anträgen und Wünschen, allen voran von der Seniorenvertretung, nach einer Fußgängerbrücke über die Würm und damit auch einem westlichen Zugang zum Friedhof ist nur eine Kurzparkzone mit sechs Stellplätzen in der Nähe des jetzigen Eingangs auf Höhe der Eversbuschstraße 178 übrig geblieben. Der Friedhof selbst hat keine eigenen Parkplätze. Bisher müssen Besucher ihre Fahrzeuge am Straßenrand der Eversbuschstraße abstellen. Das Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU), dem die Städtischen Friedhöfe München angegliedert sind, hat für den 5071 Quadratmeter großen Friedhof und die Kirche mit 200 Sitzplätzen einen Bedarf von etwa zehn Stellplätzen errechnet. Den Bau einer Brücke hält die Behörde in Absprache mit dem Wasserwirtschaftsamt für nicht realisierbar. Wurde anfangs mit hohen Kosten argumentiert, sind es jetzt bauliche und rechtliche Gegebenheiten: Die Brücke beziehungsweise ihr Widerlager läge im Abflussgebiet der Würm, das zwingend von Hindernissen frei gehalten werden müsse. Auch sei zwischen Würm und Friedhof ein eineinhalb Meter hoher Geländesprung, der eine barrierefreie Anbindung verhindere. Ebenso habe die Überprüfung mehrerer städtischer Grundstücke und Grundstückskombinationen zu keinem positiven Ergebnis geführt. Dies alles war bei einem runden Tisch erarbeitet worden, bei dem zirka zehn tangierte Fachbehörden - vom RGU über das Kommunal- und Kreisverwaltungsreferat bis hin zum Wasserwirtschaftsamt - ein Jahr eingebunden waren und getüftelt haben.

Von einer Brücke über die Würm hat sich mittlerweile auch der Bezirksausschuss verabschiedet, nachdem dem Gremium im Einzelnen die Gründe erläutert worden waren, warum eine Brücke nicht tragbar sei. Sie hätte auch dazu beigetragen, dass die Besucher westlich der Würm einen leichteren Zugang zum Friedhof und der Kirche Sankt Peter und Paul gehabt hätten. Sie müssen weiterhin - und zwar vorwiegend mit dem Auto - den Umweg zum östlichen Friedhofseingang an der Eversbuschstraße nehmen, da der Friedhof auch mit dem öffentlichen Personennahverkehr nicht gut erreichbar sei, wie es im Antrag der SPD-Stadtratsfraktion geheißen hat. Zwar lösen auch Parkplätze auf dem Schulhof dieses Problem nicht, doch Kurzparkplätze seien nicht ausreichend, befinden die Lokalpolitiker.

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Quelle:
SZ vom 11.12.2018
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