Süddeutsche Zeitung

Aktuelles Lexikon:PKK

Wen Erdoğan meint, wenn er immer von "Terroristen" spricht, auch im Disput mit Schweden.

Von Raphael Geiger

Sie heißt inzwischen anders, eigentlich, aber der neue Name "Kongra-Gel" (Volkskongress Kurdistans) ist nicht so wichtig, er könnte sich auch wieder ändern. Die "Arbeiterpartei Kurdistans" (PKK) ist gut im Guerillakrieg und im Ausdenken immer neuer Abkürzungen. Für sich, für ihre Abspaltungen, ihre Schwester- und Unterorganisationen. Recep Tayyip Erdoğan hält sich der Einfachheit halber an den Namen "Terroristen", er vermutet sie in ihrem Rückzugsgebiet in den nordirakischen Bergen ebenso wie in Schweden. Seit 1978 liefert sich die PKK einen Krieg mit der türkischen Armee, mal in Gefechten, meist in Form von Anschlägen. Ihr Ziel ist die Autonomie der Kurden. Offiziell ist die PKK sozialistisch, feministisch auch, was ihr im Westen viel Sympathie einbrachte. Dass sie in Syrien gegen den IS kämpfte, brachte ihr Fans bis ins Weiße Haus ein. Bis heute gleicht die PKK einem Kult, ihre Kämpfer leben zölibatär, früher drohte andernfalls die Todesstrafe. Ihr Anführer Abdullah Öcalan, lange im Exil in Syrien, sitzt seit 1999 auf einer Gefängnisinsel vor Istanbul ein. Viele Kurden verehren ihn schon jetzt, zu Lebzeiten, wie einen Märtyrer. Nach den Erdbeben im Februar erklärte seine PKK einen Waffenstillstand, im Juni hob sie ihn wieder auf.

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