Süddeutsche Zeitung

US-Medien:Murdoch-Sohn verlässt Unternehmen im Streit

James Murdoch will offenbar nicht länger für seinen Vater Rupert Murdoch im rechtslastigen Medienhaus News Corp arbeiten, zu dem auch Fox News und das Wall Street Journal gehören.

James Murdoch, Sohn von Rupert Murdoch, hat sich offenbar im Streit aus dem Vorstand von dessen Medienkonzern News Corp zurückgezogen. Sein Rücktritt gehe auf Meinungsverschiedenheiten über bestimmte redaktionelle Inhalte zurück, die Nachrichtenmedien des Unternehmens veröffentlicht hätten, schrieb James Murdoch in einem knappen Brief an den Vorstand, den der Konzern publik machte. Auch gewisse strategische Entscheidungen hätten eine Rolle gespielt. Sein Rückzug erfolgte mit sofortiger Wirkung am Freitag.

James gilt als liberaler als sein Bruder Lachlan, der als Nachfolger des News-Corp-Gründers und Vorstandsvorsitzenden Rupert Murdoch gehandelt wird. Co-Vorstandschef des Medienkonglomerats ist Lachlan schon, zudem Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer von Fox Corp, dem Mutterschiff des konservativen Nachrichtensenders Fox News. News Corp mit Sitz in New York verlegt auch wichtige Zeitungen in Australien und in Großbritannien und ist Eigentümer des Verlagshauses HarperCollins.

Schon im Vorfeld hatte James Murdoch redaktionelle Entscheidungen von News Corp kritisiert und sich unter anderem an Fox News gerieben. Erst im Januar zeigten sich er und seine Ehefrau über einen Sprecher enttäuscht über die Berichterstattung in Blättern von News Corp, die eine Verbindung zwischen dem Klimawandel und verheerenden Waldbränden in Australien leugneten.

Mehr als 280 Journalisten des Wall Street Journal, das zu News Corp gehört, schickten erst kürzlich einen Brief an den Verleger, in dem sie den Meinungsteil kritisierten. Darin würden Ungenauigkeiten verbreitet und Glaubwürdigkeit bei Lesern und Quellen untergraben.

In einer von Rupert und Lachlan Murdoch verbreiteten Erklärung hieß es: "Wir sind James dankbar für seine vielen Jahre des Dienstes an dem Unternehmen. Wir wünschen ihm für seine künftigen Unterfangen das Allerbeste."

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SZ.de/ap/kler
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