Süddeutsche Zeitung

Spotify-Podcast von Enissa Amani:Ein wenig Zuspruch

Comedian und Talkerin Enissa Amani redet im Podcast "Statements aus Seide" ihre Zuhörer an die Wand - und da ist es eigentlich ganz nett.

Von Stefan Fischer

Wer jemanden zum Reden braucht, ist bei Enissa Amani in guten Händen. Davon ist jedenfalls Enissa Amani überzeugt. Sie hat jüngst den Podcast Statements aus Seide gestartet, von dem sie sich selbst verspricht, dass er Hörerinnen und Hörern aus persönlichen Krisen heraushilft.

Nun ist es zwar so, dass man gegenüber der Comedian, Talkerin und neuerdings auch Filmemacherin gar nicht selbst zu Wort kommt. Nicht im Podcast, in dem ausschließlich sie spricht, und auch nicht im Interview, in dem man ihr schon ins Wort fallen muss. Aber das macht nichts.

Denn es verkürzt die Sache nur: Man muss Enissa Amani gar nicht erst sein Herz ausschütten, damit sie Tipps gibt, Ratschläge erteilt, einen aufmuntert und bestärkt. Sie tut es einfach und auch die Wirkung beim Hörer nimmt sie vorweg: "Was Enissa erzählt, ist kein Alles-wird-gut-Klimbim, sondern wird mir morgen durch den Tag helfen."

Eine wunderbare Sache also. Gegen die man viele Einwände vorbringen könnte: zu großmäulig der Anspruch, zu banal die Erkenntnis, zu schwammig, zu wenig lebensklug. Aber Statements aus Seide ist ja nicht gemacht für Menschen, die diesen Podcast nicht brauchen oder Enissa Amani nicht mögen. Sondern für die anderen. Die vor allem Zuspruch suchen und sich gerne einfangen lassen vom Tonfall des Podcasts - obwohl Amani zu ihrem Publikum spricht, hört es sich tatsächlich so an, als würde sie mit ihm reden. Im Idealfall kann Statements aus Seide bieten, was derzeit tendenziell Mangelware ist: Ansprache.

Statements aus Seide, Spotify.

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