Süddeutsche Zeitung

Reaktionen auf den Tod von Günter Grass:"Trommle für ihn, kleiner Oskar!"

Schriftsteller, Politiker, Zeitgenossen und literarische Erben erinnern sich an einen Titanen der Literatur, der in der Politik gerne die Rolle des Unbequemen übernahm.

Volker Schlöndorff, Regisseur der "Blechtrommel"-Verfilmung

Warum tut diese Nachricht so weh? Millionen werden diesen Verlust ebenso empfinden, die "schweigenden Leser", die ihm über ein halbes Jahrhundert treu gewesen sind. Persönlich ist es zuerst wegen dem großen Herzen, das er hatte, und das ich wohl auch habe. Und aus denen heraus wir uns oft über das ausgetauscht haben, worüber man sonst nicht spricht - außer eben mit einem solchen Freund. Sein großes Herz, aus seinen Texten sprach es, all seine Kinder, Enkel, seine Frauen, seine Freunde kannten es, in Liebe wie im Zorn. Es gab ihm etwas Allmächtiges, sogar in seinen eigenen Augen.

Für die Öffentlichkeit hatte er einen anderen Stellenwert. Da war er vor allem "anders". Anders, als man sich einen Schriftsteller, einen Deutschen, vorstellt. Deshalb wiederum stellte er alle anderen in den Schatten. Er war die Stimme, auf die man hörte, im Inland wie im Ausland. Die Stimme aus Deutschland, die die Welt aufhorchen ließ bald nach dem Krieg, an dem er, rühmlich oder unrühmlich, teilgenommen hatte. Er wusste, wovon er sprach, wenn er schrieb. Und er ahnte auch das Echo - meistens . . . Die Schreibmaschine war seine Blechtrommel. Er wusste sie zu nutzen. Zum Nutzen der Leser und unseres Landes. Denn natürlich war er ein Patriot.

Salman Rushdie, Schriftsteller

Das ist sehr traurig. Ein echter Gigant, Inspiration und Freund. Trommle für ihn, kleiner Oskar.

Per Wästberg, Schriftsteller und Mitglied der Schwedischen Akademie

Günter Grass erhielt den Nobelpreis 1999 mit ganzer Absicht. Wir hielten ihn für einen der Großen des 20. Jahrhunderts und meinten, dass er einer der Schriftsteller war, mit denen man das Jahrhundert am besten abschließen konnte. Ich glaube, dass er sich als der wichtigste deutsche Schriftsteller nach Thomas Mann behaupten wird.

Ingo Schulze, Autor

Ich bin dagegen, dass Günter Grass tot sein soll. Ich bin nicht bereit, das zu akzeptieren. Ich kann jetzt auch nicht alles aufzählen, um das zu begründen, seine Bücher, sein Vorlesen, seine Zwischenrufe, seine Einladungen, überhaupt sein Interesse an den anderen. Ich kann und möchte das nicht missen. Ich könnte von dem ersten Treffen erzählen, Ende 1998 in Lübeck, oder von unserem letzten, am selben Ort vor sechs Wochen.

Er schrieb, dass er sich darauf freue, seine Räume bald voller junger Kolleginnen und Kollegen zu haben, wobei jung vor allem bedeutete, jünger als er. "Da ich nicht mehr fahren kann, müsst ihr eben kommen", sagte er. Es saßen dann 12 Schriftstellerinnen und Schriftsteller unterm Dach zusammen - den Weg über die lange Treppe nach oben hatte er langsam, aber stetig genommen - und lasen einander vor und er schien es tatsächlich zu genießen. Er war einer von zwölf. Und wenn er auffiel, dann wegen seines genauen Zuhörens, wegen seiner Verweise auf verwandte Literatur oder auf die Geschichte.

Für mein eigenes Schreiben wurde Günter Grass gerade in den letzten ein, zwei Jahren wegen seiner Anknüpfung an den Picaro-Roman besonders wichtig. Diese Traditionslinie führt für mich im deutschsprachigen Raum von Grimmelshausen über E. T. A. Hoffmann zu ihm. Und für mich war es ein Glück, ausgerechnet auch ihm vorlesen zu können. Wahrscheinlich ging es nicht nur mir so: Ich hätte mir keinen besseren Zuhörer als ihn wünschen können. Keinen besseren Gastgeber. Und ich werde wohl auch nicht der Einzige sein, der sich weiter fragen wird, was dieser Zuhörer zu diesem oder jenem Text, zu diesem oder jenem Ereignis gesagt haben würde. Es gibt viele Möglichkeiten, gegen diesen Tod zu protestieren. Und sei es dadurch, seine Bücher zu lesen.

Orhan Pamuk, Autor und Nobelpreiskollege

Günter Grass erschien mir immer als Schüler von Rabelais und Céline, als jemand, der, nicht anders als Gabriel García Márquez, wesentlichen Anteil an der Entwicklung des magischen Realismus hatte. Er lehrte uns, dass die Grundlage jeder Geschichte die Erfindung des Schriftstellers ist, unabhängig davon, wie grausam, schwer erträglich oder politisch die Geschichte ist.

Ich kannte ihn gut: Im April 2010, als eine Aschenwolke aus Island über ganz Europa zog und das Fliegen unmöglich machte, war er in Istanbul und blieb länger als geplant. Wir gingen zusammen in Restaurants und tranken und tranken und redeten und redeten . . . Ein großzügiger, neugieriger und herzlicher Freund, der zuerst hatte Maler werden wollen.

"Er hat viel Mut gehabt"

Klaus Staeck, Präsident der Berliner Akademie der Künste

In Günter Grass verliert die Welt der Literatur einen wortmächtigen Autor und unsere Republik einen ihrer streitbarsten Mitbürger. Wenn er die Demokratie in Gefahr sah, ging er keiner notwendigen Auseinandersetzung aus dem Wege. Ich persönlich verliere in ihm einen Freund mit Haltung, auf den man sich sowohl politisch als auch ganz praktisch stets verlassen konnte.

A.B. Yehoshua, israelischer Autor

In den 60er-Jahren in Paris habe ich seine Arbeit kennen- und schätzen gelernt. Für mich ist er ein Vorbild gewesen, wie man gute Literatur mit politischer Einmischung verbindet. Das hat uns alle in Israel sehr beeindruckt. Ich erinnere mich sehr gut daran, dass es einen Boykott durch den israelischen Schriftstellerverband gab, als er 1967 zum ersten Mal hierherkam - und der erste Artikel, den ich je geschrieben habe in meinem Leben, war gegen diesen Boykott.

Wie kann man einen deutschen Schriftsteller ablehnen, der mit solchem Mut und solcher Kraft die deutsche Vergangenheit und die deutsche Schuld zum Thema macht? Gewiss, später war er sehr kritisch gegenüber Israel. Aber mit den meisten Dingen hatte er recht, nur war seine Enttäuschung über Israel so groß, dass er übertrieben und Israel mehr als nötig attackiert hat. So ist das manchmal bei Schriftstellern, die immer viel Fantasie brauchen und zugleich auch ein paar Dämonen in ihrer Seele haben. Aber es war eine Dummheit der israelischen Regierung, ihn zur unerwünschten Person zu erklären."

Nir Baram, israelischer Autor

Günter Grass ist für mich das Modell eines Schriftstellers, der sich einmischt und sehr beteiligt ist an den gesellschaftlichen Entwicklungen, und er ist einer der sehr selten gewordenen Autoren, die wirklich eine Beziehung zu ihren Lesern geschaffen haben. Als ich 16 Jahre alt war, habe ich die "Blechtrommel" gelesen - und da habe ich zum ersten Mal aus einem anderen Blickwinkel, als wir das in Israel gewohnt sind, über die Zeit des Zweiten Weltkrieges nachgedacht.

Interessant ist natürlich, dass er auch ein sehr harter Kritiker Israels war. Aber die jüdische Paranoia ihm gegenüber teile ich nicht. Manchmal ist er zu weit gegangen, aber er hat genau die Debatte angestoßen, die wir brauchen. Wir müssen uns offen auseinandersetzen, manchmal auch hart, das ist heilsam. Er hat viel Mut gehabt, so über Israel zu reden. Und er hat einen immer zum Nachdenken gebracht. Für mich als Leser ist das deshalb ein sehr trauriger Tag.

Heinrich Detering, Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung

1956 erschien Grass' Debüt: "Die Vorzüge der Windhühner", von ihm selbst illustriert. Es war ein witziges und artistisches Buch, wie so viele der ihm folgenden. Und es war vielleicht das letzte Mal, dass Grass tatsächlich ganz als Künstler wahrgenommen wurde, nicht als politischer Kommentator.

Schon mit der "Blechtrommel" begann eine unheilvolle Zweiteilung der Rezeption: hier diejenigen Leser, die in dem Buch ein Kunstwerk von weltliterarischem Rang erkannten, dort diejenigen, die den Autor nur als Provokateur wahrnahmen. Gewiss hat Günter Grass es Freund und Feind zu leicht gemacht, eine Meinung über ihn zu haben, ohne je auch nur eine Zeile seiner Bücher gelesen zu haben. Aber er hat sich nach Kräften dagegen gewehrt.

Diese Kräfte haben nicht gereicht; Grass blieb hierzulande ein politisch engagierter Schriftsteller, der zu oft politisch wahrgenommen wurde und zu selten als Schriftsteller. Die Geschichte seiner Wirkung in der Welt läuft dieser deutschen Verkürzung auf erstaunliche Weise zuwider. Während man sich von Kopenhagen bis New York für Grass' Meinungen zur deutschen Tagespolitik wenig interessierte, las man seine Romane als die wunderbar experimentierfreudigen Geschichten, die sie sind. Das Image von Grass kennt in Deutschland jedes Kind. Der gleichnamige Dichter ist immer noch zu entdecken. Wer seine Geschichten liest, kommt aus dem Staunen nicht heraus.

Egon Bahr , SPD-Politiker

In Günter Grass ist ein Mensch gestorben, den ich seit Kriegsende erlebt und als einen Freund empfunden habe. Unabhängig von seiner literarischen Bedeutung für das Nachkriegsdeutschland hat er den Willy-Brandt-Kreis mit gegründet, um damit Brandts Gedankengut für die Gesellschaft bis heute zu erhalten. Das tat er in einer Situation, als er auf die SPD sonst nur mit Schweigen reagiert hat. Auf diesem Umweg hat er seinen Frieden mit der SPD gemacht. Sein Tod bewegt mich sehr.

"Ich ahne schon, er wird mir fehlen"

Dagmar Leupold , Autorin

In einem meiner Lieblingsbücher von Günter Grass, dem Band "Grimms Wörter", setzt sich GG im Schlusskapitel mit den beiden anderen Gs - Wilhelm und Jacob Grimm - in ein Boot und rudert über den Neuen See. Von A wie Abschied nach Z wie Ziel ging die Fahrt, an deren Ende einer der Brüder seufzt: "ach, ziellos sein endlich . . ."

Jetzt darfst Du es sein, lieber Günter, aber, wie ich Dich kenne, wirst Du es nicht mehr als eine Pfeifenlänge bleiben und Dich in himmlische Belange ebenso einmischen, mit Grimm'scher und grimmiger Liebe zum Wort, wie in die weltlichen.

Vor gut zwei Monaten, Ende Februar, beim 10. Lübecker Autorentreffen, an dem ich seit vielen Jahren teilnehme, hast Du uns alle mit Deinem Schwung, Deiner Unermüdlichkeit, Deiner Neugier und Deiner Streitlust überrascht. Und uns fast alt aussehen lassen.

Wie alle in der Runde lasest auch Du aus noch nicht Veröffentlichtem vor, dieses Mal eine Ballade in Heine-Manier, mit sichtlichem Vergnügen am Gewetzten und am Witz, ein Witz, der auch in der Geschichte selbst liegt. Es geht in ihr um den indischen Faschisten Subhas Chandra Bose, der Indien von der Britischen Kolonialmacht befreien wollte, indem er es dem Deutschen Reich anschloss.

Eine echte Schauerballade, großer Applaus, und schnell war man nach der Lesung bei anderen, zeitgenössischeren Formen des globalen Wahnsinns. Wie immer bei Dir: weit ausholen, kenntnisreich erzählen, aber stets im Hier und Jetzt landen. Wenn die Brüder Grimm ein wenig rücken, sitzen wir alle im selben Boot.

Moritz Rinke, Autor

Günter Grass hat sich regelmäßig über die jüngeren Autoren geäußert, sie seien ihm zu unpolitisch, sie sollten nicht die Fehler der Weimarer Republik wiederholen und sich in privater Distanz halten. Und ich habe regelmäßig über diesen Vorwurf nachgedacht. Ich habe mir auch vorgestellt, ich sei Grass in jungen Jahren: Brandts Ostpolitik, die Demokratisierung der Republik, die Gruppe 47, Brandts große Rede auf dem Schriftstellerkongress etc., - wunderbar, aber zwischen dieser Zeit und den regelmäßigen Vorwürfen lag viel, sehr viel Zeit und auch eine Verwischung der übersichtlichen gesellschaftlichen Konfrontationen.

Trotzdem blieb Grass immer hartnäckig, lud junge Schriftsteller nach Lübeck ein, diskutierte. Mich hat das sehr beschäftigt. Irgendwann wollte ich ihm folgen, engagierte mich beim rot-grünen Regierungswechsel und übersah, dass es sogar eine Ächtung politischer Bekenntnisse im deutschen Feuilleton gab.

Grass stiftete an - und dann gab es Prügel. Dennoch glaube ich, dass dieser Mann recht hatte. Und dass ich langsam anfing, seine beharrlichen, oft sturen, gewiss auch eitlen und mächtig Lärm erzeugenden Mahnrufe und Donnerkanonen zu mögen, sogar zu ersehnen, zuletzt seinen Aufruf, jeder Bundesbürger solle doch Flüchtlinge zu Hause aufnehmen, ein echter Grass!

Er liebte Visionen, Gesellschaftstiraden, Großmetaphern - und vielleicht sind Großschriftsteller deshalb Großschriftsteller, weil ihre gewaltige Stimme manchmal größer als ihr Werk erscheint. Und er lebte unter uns Jüngeren zwischen kleinen Formdebatten und Innenschauen, zwischen Marktgetuschel und Mikroprosa. Ja, ich ahne schon, er wird mir fehlen.

"Ich verneige mich vor Günter Grass"

Monika Grütt ers, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

Günter Grass war ein Weltliterat. Sein literarisches Vermächtnis wird neben dem von Goethe stehen. Grass war ein einzigartiger Redner, Essayist und ein großer Geschichtenerzähler der jüngsten deutschen Geschichte - die mit allen ihren Brüchen auch seine Geschichte war. Und er hat sich an dieser Geschichte gerieben, abgearbeitet und auch manche Interpretation gefunden, die für seine Leser wie für seine Kritiker nur schwer auszuhalten war.

Eugen Ruge , Autor

Anlässlich einer Rede über Alfred Döblin habe ich es gewagt, in Anwesenheit von Günter Grass und an ihn gerichtet zu sagen, dass ich Schriftsteller für nicht grundsätzlich klüger, informierter oder moralischer halte als andere Menschen, und dass ich daher nicht erkennen könne, warum sie besonders prädestiniert seien, sich mit ihren Ratschlägen in politische Prozesse einzumischen. Das habe ich gesagt, obwohl ich Grass viel verdanke, nämlich den Döblin-Preis, den er persönlich, das heißt aus seinem Vermögen, gestiftet hat.

Inzwischen sehe ich das anders, und auch das konnte ich ihm - glücklicherweise - noch sagen. Nicht, dass ich plötzlich der Meinung wäre, Schriftsteller seien klüger oder moralischer. Aber dass es angesichts der offensichtlichen Ignoranz der politischen Klasse, angesichts ihres immer fester werdenden Bündnisses mit dem Finanzkapital, angesichts des Friedens, den anscheinend der Großteil der europäischen Mittelklasse mit dem Freihandelskapitalismus gemacht hat - dass es angesichts all dessen nötig und richtig sein kann, seinen Namen als Schriftsteller zu gebrauchen.

Meine Infragestellung seines Engagements war die Infragestellung eines Lebenskonzepts. Das hat ihn nicht gehindert, mich nach Lübeck einzuladen. Er war bissig, ohne rechthaberisch zu sein. Er hatte im Einzelnen gewiss oft unrecht, aber im Ganzen recht. Er war ein politischer Kopf und ein großer Schriftsteller, beides hat er verbunden und, was ebenso wichtig ist - getrennt. Ich verneige mich vor Günter Grass: vor dem Nobelpreisträger und vor dem Menschen.

Gerhard Steid l, Verleger

Bis zur letzten Minute seines Lebens hat Günter Grass geschrieben, gezeichnet, Bücher gestaltet. Vor wenigen Tagen war ich noch in Behlendorf, um mit ihm am Layout seines neuen Buchs "Vonne Endlichkait" zu arbeiten. Da war er leidenschaftlich und präzise wie immer. Es hat so großen Spaß gemacht, mit ihm Bücher zu machen. Zum einen weil er seine Texte selbst illustriert hat.

Er hat aber auch bei allen Produktionsschritten mitgeredet. Welcher andere Autor interessiert sich für die Art des Vorsatzpapiers? Grass hat das Papier ausgewählt, die Typo bestimmt, stand jedes Mal mit an der Druckmaschine und hat am Ende noch den Schutzumschlag selbst gezeichnet.

Er war ohnehin ein sehr handwerklicher Mensch. All seine Texte hat er zuerst mit der Hand geschrieben. Dann hat er das auf seiner Olivetti abgetippt und sich laut vorgelesen. "Gebrabbel" nannte er diesen Arbeitsschritt. Dreimal ging das so: abtippen, vorlesen, korrigieren. Dann erst gab er es in Druck. Ich konnte mich auf die Minute drauf verlassen, dass das Manuskript pünktlich im Verlag ankommt. An der Druckmaschine hat er jedes Mal gesagt: "Jetzt gehört es noch uns. Morgen geht es raus in die Welt und wir werden sehen, was die Leser sagen." Wir haben fast 30 Jahre zusammengearbeitet. 1985 habe ich eine Ausstellung seiner Radierungen und Lithografien in Berlin gesehen. Damals wusste ich nicht, dass er auch zeichnet und malt und habe keine Bücher über diesen Teil seines Schaffens gefunden. Ich schrieb ihm einen Brief: Ob er mir Literatur zu seinem grafischen Werk empfehlen könne. Drei Tage später antwortete er, dass sein Verlag leider keine Bücher der bildenden Kunst herausgebe. Ob ich eventuell interessiert sei. Im Jahr darauf haben wir "In Kupfer, auf Stein" gemacht, ein Werkverzeichnis seiner grafischen Arbeiten. So ging das los. 30 Jahre Zusammenarbeit. . . Als ich ihn letzte Woche in seiner Werkstatt besuchte, haben wir die Eröffnung des Günter-Grass-Archivs hier in Göttingen besprochen. Am 12. Juni wird das sein. Er wollte aus "Vonne Endlichkait" lesen. Es ging ihm noch sehr gut. Wie immer haben wir zum Abschluss der Arbeit einen Schnaps getrunken, einen Badischen Obstler diesmal. Am Freitag bekam er plötzlich starkes Fieber, das sich sehr schnell zu einer Lungenentzündung auswuchs.

Ich werde Günter Grass sehr vermissen. "Federleicht vogelfrei sein" heißt eine Zeile aus seinem neuen Buch. Das wünsche ich ihm.

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Quelle:
SZ vom 14.04.2015/fued
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