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Heinrich Rudolf Hertz bekommt Google Doodle:Vorkämpfer für Albert Einstein

Er gilt als Urvater des Radios: Heinrich Rudolf Hertz entdeckte die elektromagnetischen Wellen und begründete mit ihnen die Funktechnik. Später wurde er Namenspate einer physikalischen Einheit und leistete Grundlagenarbeit für Albert Einstein. Sein Neffe erhielt den Nobelpreis für Physik. Zu seinem 155. Geburtstag ehrt Google den bedeutenden Physiker mit einem endlosen Wellen-Doodle.

Zum 155. Geburtstag von Heinrich Rudolf Hertz widmet Google dem begnadeten Physiker ein animiertes und endloses Wellen-Doodle.

So unterschiedliche Dinge wie ein Mondkrater oder ein Großmarkt für Elektrogeräte in der russischen Millionenmetropole Nischni Nowgorod sind nach ihm benannt, doch der Name des deutschen Physikers Heinrich Rudolf Hertz ist in seinem Heimatland vor allem wegen der physikalischen Einheit der Frequenz ein Begriff: Sie wird in "Hertz" gemessen.

Als ihm diese Ehrung durch die Internationale Elektrotechnische Kommission 1930 zuteil wurde, war Heinrich Hertz bereits 36 Jahre lang tot - der am 22. Februar 1857 in Hamburg geborene Physiker starb 1894 in Bonn an der seltenen Wegener-Granulomatose-Krankheit.

Sein Leben war also nur 36 Jahre lang, doch in dieser Zeit brachte es Hertz zu einem der bedeutendsten Physiker des 19. Jahrhunderts. Seine größte Leistung bestand im experimentellen Nachweis der elektromagnetischen Wellen. Er konnte belegen, dass sie sich auf die gleiche Art und mit der gleichen Geschwindigkeit ausbreiten wie Lichtwellen. Diese Entdeckung war die Voraussetzung für ein Experiment, das die Welt verändern sollte: Am 11. November 1886 gelang es ihm, elektromagnetische Wellen von einem Sender zu einem Empfänger zu übertragen - die Grundlagen zur Entwicklung des Radios waren gelegt.

Seine Forschungen auf dem Gebiet des elektromagnetischen Wellenphotoeffekts bildeten darüber hinaus den Grundstein für die Lichtquantenhypothese von Albert Einstein.

Die Physikerkarriere war Hertz, der einer angesehenen hanseatischen Familie entstammte, nicht in die Wiege gelegt: Sein Vater Gustav Ferdinand Hertz war Rechtsanwalt, Richter und später Senator der Hamburger Justizverwaltung. Seine Mutter, die gebürtige Anna Elisabeth Pfefferkorn, war Tochter eines Garnisonsarztes. Hertz war ihr erstgeborenes Kind, auf ihn folgten vier jüngere Geschwister: die Brüder Gustav, Rudolf und Otto sowie die Schwester Melanie. Promotion mit 23 Jahren

Nach dem Abitur studierte Heinrich Hertz zunächst in Dresden Ingenieurswissenschaften, bevor er seine Leidenschaft für die Physik und die Mathematik erkannte und daraufhin diese Fächer in München und später in Berlin studierte.

Hertz war erst 23 Jahre Jahre alt, als er mit einer Arbeit über die Rotation von Metallkugeln in einem Magnetfeld promovierte.

Nach dem Studium arbeitete er zwei Jahre lang als Assistent des berühmten Universalgelehrten Hermann von Helmholtz in Berlin. Später lehrte er zunächst als Privatdozent an der Universität Kiel, bevor er als Professor für Physik an die Universitäten in Karlsruhe und Bonn berufen wurde.

Nach dem frühen Tod von Heinrich Hertz sollten seine Nachkommen und ihm nachgeborene Familienmitglieder die Physik weiter revolutionieren: Sein Neffe Gustav Ludwig Hertz (1887 - 1975) wurde 1925 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet - er hatte mit seinen Arbeiten die Grundlage für die Bohrsche Atomtheorie und die Quantentheorie gelegt. Heinrich Hertzs Sohn Carl Helmut Hertz machte sich einen Namen bei der medizinischen Nutzung des Ultraschalls.

Obwohl sich Heinrich Hertz als Protestant betrachtete, wurde sein Andenken unter den Nationalsozialisten wegen der jüdischen Vorfahren des Physikers verboten. Das von den Nazis abhängte Gemälde im Hamburger Rathaus hat dort inzwischen wieder einen Ehrenplatz.

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