Süddeutsche Zeitung

Verkehr:Von Regensburg fährt bald ein Zug direkt zum Münchner Flughafen

  • Die Deutsche Bahn will in Bayern in neue Züge und das Streckennetz investieren.
  • Das wohl größte Projekt ist eine direkte Verbindung zwischen Regensburg und dem Münchner Flughafen.
  • Außerdem sind länderübergreifende Tickets geplant, ähnlich wie das Bayern-Ticket.

Das Projekt wurde lange diskutiert, nun nimmt es Gestalt an: Ostbayern erhält zum Fahrplanwechsel eine direkte Bahnanbindung zum Flughafen München. Das teilte die DB Regio Bayern am Mittwoch mit. Der "Flughafenexpress" wird demnach vom 9. Dezember an stündlich nach Freising, Landshut und Regensburg pendeln; die Fahrzeit zwischen Flughafen und Regensburg wird mit 78 Minuten angegeben. Einzelne Züge werden zudem unter anderem in Obertraubling, Ergoldsbach und Neufahrn (Niederbayern) halten.

Damit wäre der Münchner Flughafen zum ersten Mal seit seiner Eröffnung 1992 auch mit Regionalzügen erreichbar. Der Flughafenverkehr sei "ein Wachstumsmarkt", heißt es vonseiten der DB Regio Bayern, welche die Strecke im Auftrag der Bayerischen Eisenbahngesellschaft bedient. Die Elektrotriebwagen der Baureihe ET 442 werden - wie die S-Bahn - im Tunnelbahnhof unter dem Flughafen halten.

Daneben fallen die übrigen Änderungen im Regionalnetz vergleichsweise klein aus, könnten aber an einzelnen Stellen zu Verbesserungen für Pendler führen. Zwischen München und Nürnberg sollen im Laufe des Jahres 2019 neue Doppelstock-Züge zum Einsatz kommen, die Platz für mehr Passagiere bieten. Zwischen Salzburg und Mühldorf soll der Takt von zwei auf eine Stunde verkürzt werden. Der Franken-Thüringen-Express wird über Jena hinaus nach Leipzig verlängert.

In Nürnberg tritt ein neuer S-Bahn-Vertrag in Kraft, geplant sind unter anderem zusätzliche S-Bahnen zwischen Forchheim und Bamberg in den Früh- und Abendstunden. Der Fugger-Express zwischen München, Augsburg und Treuchtlingen soll vereinzelt Stopps in Mammendorf, Haspelmoor und Althegnenberg einlegen. Längere Fahrtzeiten erwarten dagegen Reisende auf der Außerfernbahn: Bis zu einer halben Stunde länger müssen sie zwischen Kempten und Reutte in Tirol wegen geänderter Anschlüsse warten. Einschränkungen sind generell weiterhin auf der Strecke nach Lindau zu erwarten, sie wird elektrifiziert. Für Ausflügler soll es länderübergreifende Tickets geben, ähnlich dem Bayern-Ticket; die Abstimmungen laufen noch.

Die DB Regio stellt mit knapp 74 Prozent Marktanteil die meisten Schienenverbindungen im Freistaat. Die Pünktlichkeitsquote verbesserte sich zuletzt leicht auf 92 Prozent; als pünktlich gilt ein Zug, wenn er weniger als sechs Minuten Verspätung hat. Zugausfälle werden nicht eingerechnet. Das Fahrgastaufkommen wächst auch wegen des Bevölkerungswachstums jährlich zwischen zwei und drei Prozent - was bekannte Probleme verschärft.

Viele Strecken sind ausgelastet, es gibt nur wenige freie Slots für neue Verbindungen. Verspätet sich ein Zug, hält er meist mehrere andere auf. Manche Bahnsteige warten immer noch auf einen Ausbau, damit dort längere Züge halten können. "Wir werden nicht darum herum kommen, weiter massiv in Infrastruktur zu investieren", sagte Hansrüdiger Fritz, Chef der DB Regio Bayern. "Darüber sollten wir uns relativ schnell Gedanken machen."

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SZ vom 22.11.2018/axi
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