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Musikfilmtage Oberaudorf:Im Schatten der Berge

Bereits zum elften Mal locken die Musikfilmtage Oberaudorf ins bayerische Voralpenland. Das Programm umfasst vor allem Dokus, aber auch eine Musikkapelle kommt zum Einsatz.

Vom Theater sehen die meisten nicht viel. Foyer, Zuschauerraum, Bühne. Hier soll sich das Publikum wohlfühlen, beeindruckt werden. Alles in diesen Räumen ist auf die Inszenierung ausgerichtet - die aber stets ein Werk vieler Beteiligter im Kosmos Theater ist. Ein Blick hinter diese Kulissen birgt von jeher eine Faszination. Insbesondere natürlich, wenn es sich um eines der berühmtesten Häuser überhaupt handelt: die Pariser Oper.

Der Schweizer Jean-Stéphane Bron hat für seine Dokumentation L'Opéra de Paris anderthalb Jahre in der Opéra Bastille gefilmt. Er erzählt von Proben, Streiks, Pressekonferenzen, von einem Stier und einem jungen Sänger, der aus der russischen Provinz stammt. Und natürlich handelt sein Film auch von der Oper, von Musik und Kompositionen. Damit ist die viel gelobte Doku ideal geeignet für die 11. Musikfilmtage Oberaudorf, die vom 4. bis 8. Juli zum elften Mal Produktionen über Klassik, Pop, Punk oder Volksmusik in den Mittelpunkt rücken.

Eröffnet wird das Nischen-Festival im Inntal mit zwei deutschen Beiträgen: dem Kurzfilm Blind Audition, der von einem Musiker-Liebespaar erzählt, das plötzlich bei einer Solisten-Besetzung miteinander konkurriert, sowie mit der Doku Die Seele der Geige. Thematische Klammer ist an diesem Abend im Kurhaus die Violine.

16 Filme aus zehn Ländern hat das Team um Festivalleiter Markus Aicher ausgewählt. Dabei ist nicht nur das Kurhaus Spielort des Festivals, sondern auch ein Gasthof, das Kloster Reisach oder der charmante Kurpark, in dem die Musikkapelle Oberaudorf Filmmusik spielt und das Roadmovie The King - Mit Elvis durch Amerika (Regie: Eugene Jarecki) unter freiem Himmel gezeigt wird.

Diesmal wird es mit der deutsch-irischen Produktion What the Fuck is Heimat auch eine Weltpremiere in Oberaudorf geben. Die Kabarett-Volksmusik-Band DaHuawadaMeierundI reist darin auf dem Weg zu einem Festival durch Irland, sie erlebt den Roadtrip als Suche nach dem Begriff "Heimat". Als einen der Abschlusspunkte haben die Veranstalter zudem am letzten Festivaltag einen Frühschoppen organisiert, diesmal mit Senta Berger, Michael Verhoeven und Herbert Pixner. Vielleicht ist auch hier eine Art Blick hinter die Kulisse möglich.

11. Musikfilmtage Oberaudorf, Mi., 4. Juli, bis So., 8. Juli, www.musikfilmtage-oberaudorf.de

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SZ EXTRA vom 28.06.2018/amm
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