Süddeutsche Zeitung

Hersbruck:Protest gegen Krankenhausschließung

Für viele Bürger im mittelfränkischen Hersbruck kam die Nachricht völlig überraschend, dass ihr kleines Krankenhaus nun doch so rasch schließen soll. Statt im Jahr 2022 wird das traditionsreiche Haus nun bereits am 31. Mai dieses Jahres den Betrieb einstellen. Trotz dieser Entscheidung wollen die Hersbrucker aber auch weiterhin für ihr Krankenhaus kämpfen. Mit einem Flashmob führten sie am Montagabend der Öffentlichkeit vor Augen, was sie von der bevorstehenden Schließung halten. Dazu installierten sie mitten in der Stadt ein Lazarett unter freiem Himmel mit notdürftig verbundenen Patienten auf Liegen. Die Krankenhäuser Nürnberger Land GmbH als Träger des Hersbrucker Krankenhauses betonte, sie sehe sich zur Schließung gezwungen, da alle Belegärzte in Hersbruck gekündigt hätten. "Unser Krankenhaus wurde regelrecht ausgehungert", sagt indes Angelika Pflaum, eine der Organisatorinnen des Bürgerprotests. Als skandalös bezeichnete sie es, dass ein neues Gutachten nicht herausgegeben werde, in dem geprüft wurde, was eine Instandsetzung des Krankenhauses kosten würde. Ihrer Ansicht nach seien dort Kosten genannt, die weit unter jenen liegen, die der Träger angesetzt hatte. "Darf denn so etwas sein?", sagte Pflaum.

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Quelle:
SZ vom 10.04.2019 / dm
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