Süddeutsche Zeitung

Ernährung:Das fettig-süße Leben

Von wegen gesund: Popstars werben vor allem für Limos, Fast Food und Schokoriegel und sind schlechte Vorbilder.

Von Werner Bartens

Das Leben als Star ist anstrengend. Um die Tourneen und Bühnenshows überhaupt durchzuhalten, sind Disziplin, genügend Schlaf und gesunde Ernährung nötig. Während deutsche Stars und Sternchen gerne für abseitige Produkte wie Algen und Anden-Kresse werben, schwärmen US-Promis von allem, was süß, salzig und fettig ist. Ärzte aus New York zeigen im Fachblatt Pediatrics, dass Pepsi, Coca-Cola, Nestlé, Red Bull, Dr Pepper, McDonald's und Co. fast alle erfolgreichen Musiker unter Vertrag haben. Jene Künstler, die 2013/2014 unter den Top 100 in den Charts auftauchten und für Getränke und Nahrungsmittel warben, machten zu mehr als 70 Prozent für Brause, Chips, Schokoriegel, Burger und Frittiertes Werbung. Baauer, will.i.am, Justin Timberlake, Maroon 5 und Britney Spears waren am häufigsten beteiligt. In den USA haben sich Convenience-Food-Multis zwar verpflichtet, Werbung nicht an Kindern unter zwölf Jahren auszurichten. Die Ärzte fordern, diese Selbstrestriktion bis zum Alter von 18 Jahren auszudehnen. Jugendliche in den USA sehen jedes Jahr mehr als 5900 Werbe-Clips und ahmen das Verhalten ihrer Idole oft nach. Auch die Stars sind aufgerufen, ihr Engagement zu überdenken - damit der Einkauf Jugendlicher nicht bald aussieht wie jener von Beyoncé (Bild).

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Quelle:
SZ vom 10.06.2016
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