Süddeutsche Zeitung

US-Wahl:Warren Buffett stellt Trump nach Steuerattacke bloß

  • Donald Trump hat behauptet, dass Warren Buffett mit der Angabe von Verlusten Steuern gespart habe.
  • Buffett veröffentlicht jetzt als Antwort darauf seine Steuerdaten und wirft Trump vor, er drücke sich vor der Veröffentlichung seiner eigenen Daten.

Dass sich Milliardäre öffentlich streiten, kommt selten vor. Doch in diesem US-Wahlkampf ist alles anders. Jetzt streiten sich der Präsidentschaftskandidat Donald Trump und Investorenlegende Warren Buffett um die Steuern.

Trump soll im Jahr 1995 rund 916 Millionen Dollar Verlust steuerlich geltend gemacht haben, um in den folgenden Jahren die Einkommensteuer zu sparen. Darauf angesprochen, hatte Trump sich unter anderem damit herausgeredet, dass das ein übliches Vorgehen sei. Auch Clinton-Unterstützer und Milliardär Warren Buffett habe einen "massiven Abzug" geltend gemacht.

"Ich habe jedes Jahr Einkommensteuer gezahlt seit 1944, da war ich 13"

Das lässt Buffett nicht auf sich sitzen. In einem Statement verkündete er: "Ich habe jedes Jahr Einkommensteuer gezahlt seit 1944, da war ich 13." Zwar seien es damals nur sieben Dollar gewesen, 2015 habe er aber 1,85 Millionen Dollar Einkommensteuer gezahlt. Bei einem bereinigten Bruttoeinkommen von etwa 11,6 Millionen Dollar, wie Buffett es angibt, wäre das ein Einkommensteuersatz von knapp 16 Prozent.

Um Trumps Vorwürfen entgegenzutreten, hat Buffett anscheinend noch mal in seinen Akten gewälzt. Er habe Kopien von allen 72 Steuererklärungen, die er in seinem Leben gemacht habe, schrieb er. Keine davon enthalte einen Verlustvortrag. Außerdem habe er im vergangenen Jahr rund 2,8 Milliarden Dollar gespendet, aber nur 5,5 Millionen steuerlich geltend gemacht.

Und zum Schluss stichelte Buffett noch weiter gegen Trump: "Ich habe kein Problem damit, meine Steuerinformationen zu veröffentlichen, obwohl sie gerade offiziell geprüft werden." Trump hatte immer wieder behauptet, er könne seine Steuerdaten nicht veröffentlichen, weil sie momentan geprüft würden. Traditionell veröffentlichen Präsidentschaftskandidaten diese Daten, auch Trumps Konkurrentin Hillary Clinton hat das bereits im August getan.

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