Süddeutsche Zeitung

T-Shirts:Formlos und giftig

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Schwarz, weiß oder kunterbunt: T-Shirts sind beliebt, aber auch gefährlich. Viele Aufdrucke sind teilweise giftig und eine Gefahr für den Träger - die Hersteller kümmert das wenig.

Sie sind ein Zeichen der Freiheit, ein Symbol für die Abgrenzung vom Businesschick - und sie sind giftig: T-Shirts. Die Produktqualität von den Textilien ist der Stiftung Warentest zufolge häufig schlecht. Teils enthielten die Kleidungsstücke auch problematische Substanzen, berichtete die Stiftung in der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift Test.

Von den 39 Kurzarm-Shirts im Test seien viele der Hemden "durch das Waschen aus der Form" geraten. Manche hätten sogar schon vor dem Waschen defekte Nähte und Beschädigungen durch Maschinen gehabt. Besonders ärgerlich: Nach nur zehn Gängen in der Waschmaschine hätten viele Shirts bereits "grau und lappig" ausgesehen, berichet die Zeitschrift. Die zuvor satten Farbtöne "überstanden den Test nicht" lange. Von den fast 40 Shirts hätten insgesamt nur drei gut abgeschnitten.

Wirklich problematische Substanzen seien zwar bei keinem der untersuchten T-Shirts direkt im Gewebe gefunden worden, berichtete Test. Jedoch gäben die Aufdrucke der Hemden teils Grund zur Sorge. Festgestellt worden sei mitunter Formaldehyd, das Allergien auslösen kann und im Verdacht steht, Krebs mitzuverursachen.

Umwelt? Soziales Engagement? Kein Interesse!

Auch seien in den Drucken teils Zinnverbindungen nachgewiesen worden, welche die Fortpflanzungsfähigkeit des Menschen beeinträchtigen oder Kinder im Mutterleib schädigen können. Die Verbindungen seien aber nur in geringen Mengen festgestellt worden. Nur die Hälfte der untersuchten Shirts sei schadstofffrei gewesen.

Bei einer weiteren Untersuchung mit 20 T-Shirts hat sich gezeigt, dass sich die Hersteller in aller Regel nicht besonders für den Umweltschutz, ihre Beschäftigten oder in Sachen Verbraucherinformation einsetzen, berichtete Test. Nur ein Hersteller habe sich stark engagiert gezeigt, weitere sechs immerhin engagiert - der Rest habe sich lediglich "in Ansätzen oder bescheidenen Ansätzen" für die Situation vor Ort interessiert.

Besonders erschreckend: Oft könnten Fabrikarbeiter in den Herstellerländern ihre Lebenshaltungskosten mit ihrem Lohn kaum decken, wie die Prüfung von Unterlagen oder Gespräche vor Ort ergeben hätten, berichtete Test. Mehrere Anbieter hätten nicht schlüssig nachweisen können, dass ihre Shirts trotz entsprechender Werbung tatsächlich in Bio-Qualität hergestellt wurden. Nur einzelne Anbieter konnten demnach belegen, dass diese im Ausland "in anständiger Weise" produzieren lassen und ihren Mitarbeitern teils auch Bonuszahlungen zusätzlich zum Lohn gewähren.

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sueddeutsche.de/AFP/stl
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