Süddeutsche Zeitung

DIHK:Ohne große Kratzer

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Das Image deutscher Produkte bleibt trotz der VW-Abgasaffäre gut, so eine Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertages.

Von thomas öchsner, Berlin

In der deutschen Wirtschaft verschlechtert sich die Stimmung. Das gilt vor allem für die Autoindustrie. Dies geht aus der Herbst-Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) bei 27 000 Unternehmen hervor. Kfz-Hersteller und Zulieferer hätten im Spätsommer noch zuversichtliche Geschäftspläne gehabt. Nun drückten aber der Abgasskandal bei Volkswagen und die Wachstumsschwäche in China auf die deutsche Autokonjunktur, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. "Die letzten Rückmeldungen aus der Branche lagen sogar schon deutlich im Minusbereich." Das Gütesiegel "Made in Germany" scheine aber "noch keine tieferen Schrammen abbekommen zu haben".

Der Verband äußerte sich bei seiner Konjunkturprognose deutlich vorsichtiger als die Bundesregierung. Der DIHK rechnet 2016 mit einem Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt von 1,3 Prozent. Die Regierung geht von 1,8 Prozent aus. Im Frühjahr hatte der DIHK noch plus 1,7 Prozent prognostiziert. Besorgt zeigten sich die Betriebe vor allem wegen der Nachfrage aus dem Ausland, vor allem aus China. "Der Gegenwind nimmt zu", sagte Wansleben.

Trotzdem wollen viele Unternehmen weiter eher Personal auf- anstatt abbauen. So dürfte die Zahl der Beschäftigten in Deutschland der Umfrage zufolge im nächsten Jahr noch einmal um 200 000 zunehmen, nach einem Plus von 250 000 in diesem Jahr. Von 2011 bis 2014 war die Zahl hingegen noch um durchschnittlich 375 000 gestiegen. Auch der DIHK rechnet jedoch mit mehr Arbeitslosen - wegen der hohen Zahl von Flüchtlingen, die nach einer Anerkennung als Asylbewerber zunächst keinen Job finden dürften und dann ins Hartz-IV-System rutschen. Der Bau von Unterkünften für die Flüchtlinge und das Geld, das in ihre Versorgung und Förderung fließe, könne jedoch einen "kurzfristigen Konjunkturimpuls" bringen, sagte Wansleben.

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Quelle:
SZ vom 23.10.2015
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