Süddeutsche Zeitung

Bertelsmann-Studie:Immer den Aufstieg im Blick

Lesezeit: 1 min

Investoren aus China halten sich an die Vorgaben der Partei, wie eine Studie der Bertels­mann-Stiftung ergab. Demnach beteiligten sie sich bei Käufen in Deutschland vor allem an Unternehmen in sogenannten Schlüssel­branchen.

Chinesische Investoren folgen bei ihrer Einkaufstour in Deutschland vorwiegend den Interessen des chinesischen Staates. Wie eine Studie der Bertelsmann-Stiftung ergab, beteiligten sich die Chinesen in zwei Drittel ihrer Transaktionen der vergangenen vier Jahre an Firmen, die Peking als Schlüsselbranchen für den eigenen wirtschaftlichen Aufstieg definiert hat. Dazu gehören zum Beispiel alternative Antriebstechnologien für Autos, Biomedizin oder Robotik.

Für die Studie wertete die Asien-Wirtschaftsexpertin Cora Jungbluth 175 Beteiligungen chinesischer Investoren an deutschen Firmen mit einem Anteil von zehn Prozent oder mehr aus. Der Untersuchungszeitraum liegt zwischen 2014 und 2017. In 112 Fällen kauften die Chinesen Anteile in genau den zehn Feldern, die die chinesische Führung 2015 in ihrer Industriestrategie definiert hatte. Es sei "die zentrale industriepolitische Strategie der chinesischen Regierung, um China in absehbarer Zeit von der Werkbank zum Technologieführer der Welt zu befördern", sagt Jungbluth. "Beteiligungen chinesischer Unternehmen an ausländischen Firmen sind explizit Teil dieser Strategie." 21 Prozent der dazu passenden Beteiligungen lagen im Bereich energiesparender Autos und alternativer Antriebe, 19 Prozent bei Energiesystemen. 15 Prozent lagen bei Herstellern von Robotern - etwa Kuka. Das seien Bereiche, in denen die Chinesen auch vor 2015 gerne einkauften. Auffällig seien 18 Beteiligungen im Bereich Biomedizin und Premium-Medizingeräte: Dieser Bereich spielte vor Verkündigung der Strategie keine Rolle.

Die chinesischen Investoren seien zumindest formal mehrheitlich in privater Hand. Von den 175 Firmenbeteiligungen gehen 18 Prozent auf Staatsunternehmen zurück. Zwei Drittel der Beteiligungen gingen von privaten Akteuren aus.

Bestens informiert mit SZ Plus – 4 Wochen kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.3988490
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
SZ vom 23.05.2018 / AFP
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.