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Aktien:Dax fällt unter 13000 Punkte

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Die Angst vor einer Rezession und drastischen Zinserhöhungen der Notenbanken treibt Aktienanleger weltweit erneut in die Flucht.

Die Angst vor einer Rezession hat am Donnerstag Europas Anleger erneut zum Rückzug aus Aktien bewogen. Der Dax fiel unter die Marke von 13 000 Punkte und verlor bis zum Handelsschluss 1,7 Prozent auf 12 784 Punkte. Die Zinswende, der Krieg in der Ukraine sowie Inflations- und Rezessionssorgen belasten die Aktienmärkte weltweit. "Der fundamentale Boden im Dax droht angesichts der Angst vor einer Welle an Gewinnwarnungen wegzubrechen", sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst CMC Markets. Positive Wirtschaftssignale aus China halfen nicht. Stattdessen beunruhigt die sich verschärfende Gaskrise in Deutschland zunehmend die Marktteilnehmer weltweit. Es sei längst nicht nur ein europäisches Problem, vielmehr sei die ganze Welt Geisel der Energiesituation in Deutschland, schrieb Experte Stephen Innes von SPI Asset Management.

Auf die Stimmung drückte auch ein Kurssturz von mehr als 14 Prozent bei den Aktien von Uniper. Der Energieversorger nahm nach den gedrosselten Gaslieferungen aus Russland seine Prognosen zurück und ruft nach Hilfe vom Staat. Laut Bundesregierung laufen Gespräche über Stabilisierungsmaßnahmen. Uniper, eine Tochter des finnischen Fortum-Konzerns, ist der größte ausländische Kunde des russischen Gasriesen Gazprom. RWE- und Eon-Titel gaben 5,3 Prozent beziehungsweise 4,3 Prozent ab. Aktien von Gazprom brachen in Moskau um 27 Prozent auf 215 Rubel ein, nachdem die Eigner des russischen Gaskonzerns die Gewinnausschüttung für 2021 abgelehnt haben. Ursprünglich sollten die Aktionäre 52,53 Rubel je Aktie erhalten. Das wäre die höchste Ausschüttung in der Firmengeschichte gewesen.

Die konjunktursensiblen Autowerte zählten im Dax zu den größten Verlierern. Volkswagen, Porsche SE, Continental und Mercedes Benz verzeichneten Abschläge zwischen 5,2 und 3,2 Prozent. BMW verloren 1,4 Prozent. Immobilienwerte haben angesichts steigender Zinsen weiter einen schweren Stand. So verlor die Aktie von Vonovia im Dax 3,9 Prozent. Die Furcht vor einem Abschwung der Wirtschaft ließ auch die US-Anleger nicht los. Die Leitindizes Dow Jones und der breiter aufgestellte S&P 500 beendeten die Börsensitzung jeweils rund 0,8 Prozent tiefer, der Index der Technologiebörse Nasdaq gab um 1,2 Prozent nach.

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SZ vom 01.07.2022 / rih, Reuters, dpa
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