Süddeutsche Zeitung

Volleyball:Zwei gute Sätze reichen nicht

Herrschings Volleyballer verpassen es beim 1:3 gegen Friedrichshafen, Anschluss an die Tabellenspitze zu finden. Sie überzeugen im ersten und dritten Satz, können aber ihr Niveau nicht halten - und sind am Ende zu unbedarft gegen den VfB.

Von Sebastian Winter

Friedrichshafens Reisebus stand am frühen Sonntagnachmittag sauber eingeparkt am Straßenrand vor dem BMW Park in München-Sendling, und das war schon mal eine gute Nachricht. Denn andere Fahrzeuge nicht weit entfernt waren völlig eingeschneit. Die Volleyballer vom Bodensee hatten sich bereits am Samstag durch den Winter bis in die bayerische Landeshauptstadt gekämpft. Eine weise Entscheidung, so hatten die Spieler ausreichend Zeit, sich zu akklimatisieren - und die WWK Volleys Herrsching tags darauf mit 3:1 (29:27, 25:20, 21:25, 25:16) zu bezwingen. Ein wichtiger Erfolg war das für den schwächelnden Triple-Sieger von 2007, der seinen Status als bester Volleyballklub Deutschlands längst an Berlin verloren hat - und in dieser Saison bislang im Mittelfeld dümpelt.

Die mit vier Siegen aus sechs Spielen gestarteten Herrschinger hätten mit einem weiteren Erfolg Anschluss an die Tabellenspitze finden können, waren aber am Ende zu unbedarft. Schon im völlig offenen ersten Satz wurde das deutlich: Bei eigener 22:20-Führung hatte Herrschings schwedischer Außenangreifer Daniel Gruvaeus die Chance, seiner Mannschaft zur Drei-Punkte-Führung zu verhelfen - doch er fasste bei seinem Angriff ins Netz, anstatt zu punkten. Friedrichshafen kam zurück, glich aus, und am Ende stach dann der sprunggewaltige kubanische Zugang Jose Israel Masso Alvarez. Der 26-Jährige, der wegen Visaproblemen erst im November in Friedrichshafen ankam, zerstörte Herrschings Hoffnungen mit einem Angriff und mit einem Block gegen Volleys-Hauptangreifer Filip John zum 29:27. "Es ist immer schlecht, wenn man gegen einen guten Gegner Sätze herschenkt", sagte Herrschings Geschäftsführer Max Hauser, "daraus müssen wir lernen."

Im zweiten Satz waren die Herrschinger, bei denen im Mittelblock der überzeugende Norbert Engemann für Magloire Mayaula spielte, relativ chancenlos, danach war es wieder ein Spiel auf Augenhöhe. Herrsching, nun auch mit Mayaula, erarbeitete sich gar einen Fünf-Punkte-Vorsprung (22:17) - und schaffte den Anschluss. Doch im vierten Satz war die Partie schon gewissermaßen vorbei, als Friedrichshafen schnell mit 8:2 in Führung gegangen war. Fest steht: Herrsching muss konstanter werden am kommenden Mittwoch. Dann geht es für die Oberbayern in Giesen um den Einzug ins DVV-Pokalfinale.

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